gefunden, z.B. die Diathermie. Bier hat der
Heißluftbehandlung ein ungeheures Gebiet erschlossen.
Vor allem aber sind die orthopädischen Stützapparate
und Ersatzglieder eines der wichtigsten
Mittel, um dem verwundeten Soldaten die Erwerbsfähigkeit
wiederzugeben. Die Tätigkeit_des
Nichtmediziners Hessing hat die breite ärztliche
Öffentlichkeit vergessen lassen, daß es Ärzte gewesen
sind, welche in einer zum Teil genialen
Weise schon lange vor Hessing, im Altertum
wie im Mittelalter, ganz besonders aber im Anfang
des 19. Jahrhunderts orthopädische Apparate
gebaut haben. Ich erinnere nur an Heine in
Würzburg. Hessing’s Verdienst besteht darin,
daß er den Reitsitz Shenden hat, die Extensionslasche
und den Beckenkorb. Seitdem sind die
geradezu zahllosen Verbesserungen und. weiteren
Entwicklungen im orthopädischen Apparatebau
nahezu ausschließlich von orthopädischen Arzten
bewirkt worden. Hier sei Hoffa genannt und
vor allen Dingen Hoeftmann in Königsberg,
der uns nicht nur sehr einfache und schon darum
zweckmäßige Apparate geschenkt hat, sondern
dem vor allen Dingen das bleibende Verdienst
zugesprochen werden muß, daß er uns die Arbeitsprothese
gelehrt hat, d. h. einen Gliederersatz, der
ganz absieht von der Verdeckung des Schönheitsfehlers,
dafür aber im höchsten Grade zweckmäßig
ist, und außerdem den Vorteil besitzt,
daß sie primitiv hergestellt, folglich wenig verletzlich
und daher auch bei jedem Schlosser oder
Hufschmied zu reparieren ist. Bekannt ist der
Hoeftmann’sche Mann ohne Hände und Füße,
der mit den einfachsten Ersatzstücken sich selber
an- und auskleiden, essen und trinken, ohne Stock
fortbewegen und Treppen steigen kann, von jeder
fremden Wartung und Hilfe unabhängig ist und
als Meister einer Drechslerwerkstatt denselben
Lohn verdient wie ein gesunder Mensch. In
meinem Oskar-Helene-Heim arbeitet in der Ortho-