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den chirurgischen und in unseren Kliniken Fälle auf den Operationstisch
kommen, wo die Geschicklichkeit des Operateurs dem Verwundeten
Gesundheit und Leben wieder zu schenken vermag.
Aber damit ist es noch nicht genug. Außer diesen blutigen
Eingriffen verfügen wir heute noch über eine große Zahl unblutiger
Mittel, um Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates zu bessern.
Dahin gehört die Medico-Mechanik, die von dem Schweden Zander
in den 80er Jahren bekannt gegeben wurde; die Heißluftbehandlung,
die Diathermie, die Elektrisation wurde ausgebaut (4-Zellenbad,
hochgespannte Ströme), die Massage vervollkommnet, die Wasserbehandlung
verfeinert und in ihren Anzeigen mehr umschrieben,
und vor allem hat die Anwendung orthopädischer Stützapparate
und künstlicher Glieder, durch ärztliche Forschung und Arbeit,
sinen bewunderungswürdigen Aufschwung genommen.
Diese kurzen Andeutungen zeigen schon, wie reich wir heute
an Hilfsmitteln sind, um die vor dem Feinde erworbenen Verwundungen
und Verletzungen in nachträglicher monate- und gegebenenfalls
jahrelanger Arbeit wieder zu bessern oder zu heilen.
Daneben gibt es aber noch Erwerbsschädigungen, welche aus
„Erkrankungen vor dem Feinde‘ herstammen. Prof. Gutzmann-Berlin
hat dieses geschickte Wort in dieser Zeitung geprägt und darauf
verwiesen, daß diese Erkrankungen mit Unrecht als weniger ehrenvoll
gelten als die Verwundungen, und doch den Betroffenen oft
schwerer schädigen und in vielen Fällen seine Erwerbsfähigkeit viel
stärker herabsetzen können als eine „Verwundung vor dem Feinde“.
Dahin gehören der Muskel- und der Gelenkrheumatismus, die Erkrankungen
der Atmungswege (chronische Katarrhe, Brustfellentzündungen),
die dauernden Störungen des Verdauungskanals, die
Herzerkrankungen, z.B. infolge von Überanstrengungen und Entbehrungen,
und nicht zuletzt die funktionellen Schädigungen des
ganzen Nervensystems infolge der grauenhaften und unaufhörlichen
seelischen Eindrücke. Auch hier ist die Wissenschaft zum Glück
für unsere im Feld erkrankten Brüder weit vorgeschritten, und allein
durch die hochentwickelten Bäderkuren Deutschlands und Österreichs
wird es uns gelingen, noch nachträglich viele wieder herzustellen.
Um die Ärzte rechtzeitig auf die großen Aufgaben, welche ihnen
hier auferlegt sind, vorzubereiten, wird das Kaiserin-Friedrich-Haus
für das ärztliche Fortbildungswesen in Berlin Kurse in allen großen
Städten Deutschlands, zuerst in Berlin, veranstalten, in denen be-