Full text : Die Fürsorge für unsere heimkehrenden Krieger, insbesondere die Kriegskrüppelfürsorge

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Mehrere Reisen, die ich durch Deutschland zum Zwecke von
Besprechungen gemacht habe, die Veröffentlichungen von allen
Seiten, die zahllosen Anfragen ließen bald erkennen, daß das Verlangen
 nach einer einheitlichen, kraftvollen und unpartelischen
Führung, nach einer starken, ordnungschaffenden Hand allerorten
immer deutlicher wurde, denn nichts war verhängnisvoller, als wenn
die genannten Gruppen einzeln oder in losen Trupps vorgingen und
so zwecklos kostbare Zeit und Kraft vergeudet wurde.
Man hat vorgeschlagen, daß die Militärverwaltung die Oberaufsicht
 für immer übernehmen möchte; es ist selbstverständlich,
daß sie Führerin ist, solange der Mann sich in der Heilbehandlung
befindet und Soldat ist; die Machtbefugnis der Militärverwaltung
hat aber ein Ende, sobald der Soldat wieder zum Zivilisten wird.
Und ähnlich geht es mit allen übrigen Gruppen; sie überschneiden
und kreuzen sich, und jede braucht immer wieder die andere; so
z. B. brauchen sie alle das Interesse der Arbeitgeber, der Arbeiter
und des Arbeitsnachweises, und doch ist keine geeignet, die Führung
für das gesamte Gebiet zu übernehmen, sondern es muß, wenn sie
alle zu einem lebendigen Organismus zusammengefaßt werden sollen,
ein anderer kommen, der sie leitet, der sie beaufsichtigt und die
Gewähr dafür bietet, daß jeder in sachlicher Arbeit an seinem Platze,
in seinem Sachverständnis am wertvollsten und weitgehendsten ausgenutzt
 wird, und das ist allein der Staat.
Man glaube nicht, daß ich etwa nach dem alten Rezept aus
Bequemlichkeit eine Arbeit, die sehr schwer ist, auf den Staat abwälzen
 will. Das liegt mir ganz fern; ja, im Gegenteil, ich würde
es für einen Schaden halten, wenn der Staat ganz allein und ohne
die wertvolle Hilfe der freien Liebestätigkeit alles machen wollte.
Ich will auch nicht etwa, daß der Staat möglichst viel Geld aufbringen
 soll — auch das ist nicht nötig —, sondern ich will nur, daß
als Führer für diese einzelnen, gleichberechtigt nebeneinander aufmarschierenden
 Gruppen jemand da ist, der unpartelisch sozusagen
als Fähnrich das Fähnlein führt.
Mir ist sehr wohl bewußt, daß das Schwierigkeiten macht. Die
Verpflichtung hat das Reich, und die Ausführung sollen die Bundesstaaten
 besorgen, und doch glaube ich, daß diese Schwierigkeiten
überwunden werden können. Ganz gewiß wird die Entwicklung
der Dinge daraufhin drängen, daß der Staat die Leitung übernimmt:
für ihn haben die Leute geblutet, er besitzt die wichtigsten Hilfsmittel
 sowieso schon, nämlich die Versicherungsorgane, das Milıtär