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Als Leitsätze für die Kriegskrüppelfürsorge darf ich aufstellen:
1. Keine Wohltat — sondern Arbeit für die verkrüppelten Krieger.
2. Zurückschaffung in die Heimat und die alten Verhältnisse, womöglich
in die alte Arbeitsstelle.
3. Verstreuung unter die Masse des schaffenden Volkes, als wenn
nichts geschehen wäre.
14. Es gibt kein Krüppeltum, wenn der eiserne Wille besteht, die
Behinderung der Bewegungsfreiheit zu überwinden.
5. Darum breiteste Aufklärung aller Stände, zuerst der Verwundeten
selber. Eine hierfür geeignete Schrift mit zahlreichen
Bildern erscheint im gleichen Verlage wie jene Broschüre.
Damit ist ein Problem von höchster ethischer und volkswirtschaftlicher
Bedeutung umschrieben, das alle Deutschen gleichmäßig
angeht. Die Fortschritte der Heilkunde, insbesondere die
Entwicklung der Orthopädie, und unsere soziale Friedensrüstung
geben uns die Waffen zu seiner Bezwingung in die Hand.
Aber sehr bald zeigte sich im Verlaufe der Entwicklung, daß
die Kriegskrüppelfürsorge doch nur einen Teil der gesamten „Heimatfürsorge‘‘
für unsere Soldaten darstellte. Sie hatte die Frage angeschnitten,
sie besaß die alte Erfahrung, ihre Leitsätze waren auch
für andere soziale Bestrebungen gültig und von diesen sofort anerkannt,
sie hatte mit vielen anderen gleich zu erwähnenden Hilfsbereitschaften
zusammenzuarbeiten, und sie mußte den Kampf
gegen die stärkste Stelle, gegen Voreingenommenheit, führen —
Kurz, sie war eine der wertvollsten Truppen, aber sie konnte und
wollte nicht mehr übernehmen als die Verkrüppelten, d.h. nicht
mehr als etwa 10 v. H. aller kampfunfähig Gewordenen.
Die fehlenden 90 v.H. setzen sich zusammen aus den Leichtverwundeten
und aus den „vor dem Feinde Erkrankten‘‘; auch
für diese mußte gesorgt werden, und nicht zuletzt für die letztere
große und bedeutungsvolle Gruppe. Und dazu kamen nun noch
die gesunden Arbeitslosen, die aus dem Felde zurückkehren.
Glücklicherweise gibt es auch dafür reiche Hilfe. Es arbeiten
schon in angestrengtester Tätigkeit oder stehen bereit die Militärverwaltung,
die Versicherungsanstalten mit ihren Organen, das
Rote Kreuz, soziale Vereine und Kulturgemeinschaften, die öffentliche
Armenpflege, die Arbeitsnachweise. Dazu kommen die Organisationen
der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, für Aufklärung Geistliche
und Lehrer und manche andere.