Full text : Die Fürsorge für unsere heimkehrenden Krieger, insbesondere die Kriegskrüppelfürsorge

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Wer ist der Führer in der gesamten Fürsorge
für unsre heimkehrenden Krieger?!)

Wie eine breite Welle geht heute durch unser Vaterland eine
Bewegung, welche darauf abzielt, die Schäden, welche Verwundung
oder Erkrankung vor dem Feinde dem einzelnen gesetzt haben,
soweit als möglich zu beseitigen.
Den Anstoß zur Aufrollung dieser ganzen Frage gab schon im
August des vorigen Jahres die Deutsche Vereinigung für Krüppel-[ürsorge,
 als ihr durch ein Kabinettschreiben Ihrer Majestät der
Kaiserin vom 18. August 1914 die Aufgabe gestellt wurde, „die
orthopädische Nachbehandlung Schwerverwundeter zu übernehmen
und sie später einem Berufe zuzuführen‘“‘.
Damit war von Allerhöchster Stelle aus schon unmittelbar
nach Kriegsbeginn, als sonst noch niemand an die Abwendung der
späteren Kriegsschäden dachte, mit wenigen Worten ein gewaltiges
Programm für eine Heimatfürsorge, für einen Kriegsdienst der
Daheimgebliebenen aufgestellt, in erster Reihe für die deutsche
Krüppelfürsorge.
Diese arbeitete seit über einem Jahrhundert daran, die verkrüppelten
 Kinder durch Heilung, Erziehung und Handwerkslehre
erwerbsfähig zu machen. Sie brauchte ihre alten und reichen Erfahrungen
 von den 188 Stellen aus, in denen sie heute tätig ist, nur
auf die neue Aufgabe sinngemäß zu übertragen und machte sich
sofort an die Arbeit, die heute allerorten blüht. Den ganzen geschichtlichen
 Verlauf, die einschlägigen Veröffentlichungen u. a. habe
ich in einem Vortrage im Reichstagsgebäude mitgeteilt, der als
Broschüre bei Leopold Voß in Leipzig für alle diejenigen erscheint,
welche mitarbeiten wollen — und ihrer können gar nicht genug sein.

') In der Täglichen Rundschau vom 18. Januar 1915 erschienen.