Full text : Die Fürsorge für unsere heimkehrenden Krieger, insbesondere die Kriegskrüppelfürsorge

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direktor, Chefarzt, Gouvernementsarzt oder dessen Stellvertreter statt,
dem ohne weiteres das Recht zusteht, Verlegungen anzuordnen.
Vielleicht findet man auch eine Indikation für die Auswahl, welche
dem Chefarzt allein dann zustände.
Wo der als Facharzt für Krüppelfürsorge tätige orthopädische
Chirurg des betreffenden Bezirkes im Felde stand, erschien es notwendig,
 daß der Krünpelfürsorgeverband seine Rückberufung beaniragte.
 Das ist in Frankfurt a. Main bereits mit Erfolg geschehen
and für Königreich Sachsen und Provinz Sachsen beantragt; auch
für Bayern ist es zu erwarten. Denn es kann nicht dem geringsten
Zweifel unterliegen, daß die in der Heimat von den Orthopäden zu
bewältigenden Aufgaben für die Armee jetzt unendlich viel bedeutungsvoller
 sind, als die Arbeit, welche die Herren draußen
leisten.
Für die Auswahl kommen in Betracht alle jene Verletzungen,
welche zu schwerer Schädigung der Bewegungsfreiheit der Glieder
führen durch Lähmungen, Sehnenzerreißungen, Gelenkversteifungen,
Amputationen. .
Der geeignetste Unterkunftsort für solche Kriegskrüppel ist die
etwaige Klinik des Krüppelheims, weil dort alles vorhanden ist, was
für die ärztliche und soziale Seite des Falles in Betracht kommt. Da
diese aber bei weitem nicht ausreichen, wird man hierher nur besonders
 ausgesuchte Fälle legen; als weitere Unterkuniftsstellen
kommen alle für Chirurgie und Orthopädie im Frieden vorhandenen
staatlichen, städtischen und privaten Abteilungen, nötigenfalls auch
neutrale Gebäude (z. B. wegen günstiger nachbarlicher Lage) in
Betracht, wenn der Facharzt die Leitung hat. Denn es liegt vielfach
 im Interesse des Verwundeten, daß blutige und unblutige Nachbehandlung
 in einer Hand bleiben. An manchen Stellen hat der
Leiter eines großen Krankenhauses die Möglichkeit, innerhalb seines
Hauses die Fälle zu sortieren.
Von allen Seiten wurde übereinstimmend gefordert, daß diese
Speziallazarette, in denen die Leute monatelang bleiben, möglichst
 nicht in Großstädten liegen, weil es sonst schlechterdings
unmöglich sei, die Soldaten in Disziplin zu erhalten. Auf alle Fälle
sei ein militärischer Vorgesetzter in der Person eines Offiziers oder
Feldwebels notwendig.
Unbedingt erforderlich ist es, daß die Leute nicht zur Nachbehandlung
 in ihre Familie geschickt werden; dort unterlassen sie
naturgemäß jede Übung ihrer Glieder und fallen mit unfehlbarer