10 —
Berufsarten für Männer gelehrt werden. Das ist vollständig ausreichend
für jede Art von Erwerbsbeschränkung, zumal in diesen
Werkstätten die Jahrzehnte alte Erfahrung vorhanden ist, die neueingerichteten
Werkstätten fehlen muß. Es scheint mir auch nicht
notwendig, daß die Heime ihre Werkstätten schon jetzt vergrößern.
Wenn die vorher auseinandergesetzten Grundsätze anerkannt und
befolgt werden, wird die Zahl derjenigen, welche einen neuen Beruf
erlernen müssen und dazu bereit sind, nicht so groß sein, daß wir
sie mit unseren heutigen Mitteln nicht zunächst bewältigen könnten.
Außerdem ist eine Vergrößerung schnell noch nachträglich gemacht.
5. Die Hauptaufgabe, welche uns verbleibt und nur von unserem
Boden aus durch Sachverständigkeit und Erfahrung gelöst werden
kann, stellt die Arbeitsvermittlung für Erwerbsbeschränkte dar.
Die deutsche Vereinigung für Krüppelfürsorge wird es sich angelegen
sein lassen, mit den Vertretungen der deutschen Arbeitgeberschaft
in Handel, Industrie und Landwirtschaft sich in Verbindung zu
setzen, um diese dazu zu bewegen, daß sie durch Bekanntmachung
in den Zweigverbänden und durch die Fachzeitungen alle Arbeitgeber
ersuchen, den Kriegskrüppeln Gelegenheit zu Arbeit und Verdienst
wieder zu geben. Ebenso werden wir uns an die städtischen
Behörden und Städtevertretungen wenden mit der Bitte, auch für
ihre Betriebe gleiche Grundsätze aufzustellen. Es darf schon heute
als selbstverständlich angesehen werden, daß dieser Bitte in der
bereitwilligsten Weise nachgekommen werden wird. Mehr noch als
früher macht das hochgesteigerte soziale Empfinden unseres gesamten
Volkes es zu einer Ehrenpflicht für die Arbeitgeber, daß diejenigen
Arbeiter, welche zu Krüppeln haben werden müssen, damit in Deutschland
wieder Handel und Wandel blühe, auch Gelegenheit zur Arbeit
finden. Es darf sogar angenommen werden, daß, solange der Verwundete
nicht wieder volle Arbeit zu leisten vermag, ihm für die
Minderung kein allzu hoher Betrag abgezogen wird. Daneben wird
es aber Aufgabe der bundesstaatlichen und provinziellen Organisationen
der deutschen Krüppelfürsorge sein, daß sie von sich aus
an die Arbeitgeber ihres Bezirkes herantreten, und schließlich wird
es notwendig sein, daß die Öffentlichkeit hierüber aufgeklärt wird,
was in zweckentsprechender Weise am besten so geschehen kann,
daß wiederum die einzelnen Verbände unserer Vereinigung für ihren
Bezirk die Tagespresse mit entsprechenden Nachrichten und Aufklärungen
bedienen. Anregung und Stoff dazu findet sich über-