Full text : Die Fürsorge für unsere heimkehrenden Krieger, insbesondere die Kriegskrüppelfürsorge

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neue Arbeit zu beschaffen; bei den Offizieren durch Unterbringung
in Verwaltungsbetrieben des Heeres, für viele andere Kopfarbeiter
in verwandten Berufen. Und für sie ergeht nicht minder als für. die
anderen der Ruf, insbesondere an die Behörden, ihnen geeignete
Stellen zu öffnen, auch wo sie im Anfang nicht dasselbe leisten können,
wie der Vorgänger.
Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß bei der Einmütigkeit
and Opferwilligkeit des deutschen Volkes nach dem Kriege jeder
Arbeitgeber die verletzten Krieger wieder einstellen und nachsichtig
so lange beschäftigen wird, bis die Leute wieder mit genügend
Schnelligkeit und Geschicklichkeit arbeiten gelernt haben.
In der Heimat müssen die Leute verbleiben, weil diese ihnen
allein den ideellen Rückhalt gibt, welchen sie brauchen, um aus der
seelischen Not herauszukommen und weil auch dort die materiellen
Hilfsquellen reichlicher fließen werden als in der Fremde. Es ist auch
nicht wünschenswert, daß die Verstümmelter sich an einem Platze
zusammendrängen. Wenn überall das Verständnis für die hier umschriebenen
 Aufgaben geweckt sein wird, muß es möglich sein, daß
die zahlreichen Schwerverletzten in der Masse des arbeitenden
Volkes wieder aufgehen, ohne daß sie oder ihre Umgebung sich recht
bewußt werden, wieviel erwerbende Kraft brach gelegt worden ist.
So allein wird die Liebe und Dankbarkeit der Volksgenossen dem
Kriegskrüppel wieder das Bewußtsein beibringen können, daß er bis
auf die ihm verbliebene Bewegungsbeschränkung, die er praktisch
allmählich zu überwinden gelernt hat, derselbe geblieben ist, der
er war.
4. Das Erlernen eines neuen Berufes sollte nur im dringendsten
Notfalle vorgenommen werden, zumal dies viel schwerer ist für einen
älteren Mann, als das Erlernen eines ersten Berufes für ein Kind:
Wo das nicht vermieden werden kann, ist der Mann in eine geeignete
Lehr- oder Arbeitsgelegenheit unterzubringen. Auch hier wird es
in vielen Fällen möglich sein, schon um ältere Leute nicht von Frau
und Kind zu trennen, in der Heimat einen Meister oder Fabrikherrn
oder Gutsbesitzer zu finden, der sich die Ausbildung des Verstümmelten
angelegen sein lassen wird. Ist das z. B. schon aus äußerlichen Gründen
nicht möglich, oder handelt es sich um jugendliche und unverheiratete
Menschen, so kommen in erster Reihe die Werkstätten der Krüppelheime
 hierfür in Betracht. Es würde vollständig verfehlt sein, hierfür
etwa besondere Werkstätten einzurichten, denn in den deutschen
Krüppelheimen gibt es 221 Werkstuben, in welchen 51 verschiedene