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Rezept aus Bequemlichkeit eine Arbeit, die sehr schwer ist, auf
den Staat abwälzen will. Das liegt mir ganz fern, Sie werden auch
nachher hören, warum. Ich will auch nicht etwa, daß der Staat
möglichst viel Geld aufbringen soll — auch das ist nicht nötig —,
sondern ich will nur, daß als Führer für diese einzelnen nebeneinander
aufmarschierenden Gruppen jemand da ist, der unparteiisch
sozusagen als Fähnrich das Fähnlein der übrigen gleichberechtigt
nebeneinanderstehenden Kämpfer anführt.
Ich weiß sehr wohl, daß das Schwierigkeiten macht. Die Verpflichtung
hat das Reich, und die Ausführung sollen die Bundesstaaten
besorgen, und doch glaube ich, daß diese Schwierigkeiten
überwunden werden können. Ganz gewiß wird die Entwicklung der
Dinge daraufhin drängen. Wie ich auf meinen Reisen gesehen habe,
wie die zahllosen Veröffentlichungen aus allen Teilgebieten beweisen,
wie die Flut von Anfragen beweist, sehnt sich alles danach, daß ein
Starker die Zügel in die Hand nimmt, um Ordnung in das Chaos
dieser für uns alle neuen Aufgabe zu bringen, und vor allem, um zu
verhindern, daß getrennt gearbeitet und damit zwecklos wertvolle
Zeit und Kraft vergeudet wird. Der Staat ist der gegebene und der
einzig mögliche Führer: für ihn haben die Leute geblutet, er besitzt
die wichtigsten Hilfsmittel, die vorher genannt sind, sowieso schon,
nämlich die Versicherungsanstalt, das Militär, Schule, Kirche, beamtete
Ärzte und Behörden; der Staat ist der größte Arbeitgeber,
wie wir gehört haben, er allein besitzt die Kraft und die Autorität,
am alle diese Leute herbeizurufen und zusammenzuhalten, und er
bietet vor allen Dingen allein die Gewähr dafür, daß diese auf unabsehbare
Zeit zu berechnende Arbeit überhaupt durchgehalten wird
and daß aus dem, was wir dabei selbstverständlich lernen werden,
auch die richtigen Folgerungen durch Verwaltungsverordnungen oder
gesetzgeberische Maßnahmen gezogen werden. Im übrigen ist allein
schon für den Austausch der Verwundeten zwecks Unterbringung
in ihre Heimat eine einheitliche Regelung der Führung notwendig,
die auch schon aus dem letztgenannten Grunde nur dem Staat
zufallen kann. Ich stelle mir das zunächst so vor, daß zum Beispiel
für die Einheit in Preußen, die Provinz, der Oberpräsident
sinen Ausschuß bildet, bestehend aus dem Generalkommando,
Sanitätsamt, Landesdirektion mit ihren großen Einrichtungen,
Krüppelfürsorge, Versicherungsanstalt, Handwerkerkammer, dem
Roten Kreuz, den sozialen Vereinen, zu denen auch die Kultusvereine
hinzugerechnet werden können, Arbeitgebern und Arbeit-