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darunter auch solche versteht, die gar kein Glied verloren, sondern
beispielsweise eine Lähmung haben. Aber welche Bezeichnung man
auch wählen mag, es gibt nur ein Mittel, über die „Beschädigung‘‘
innerlich hinwegzukommen, das ist nämlich, daß man umlernt,
die Betroffenen selber und die Laien, indem man unter einem
Krüppel sich nicht einen bedauernswerten Menschen vorstellt, von
dem man sich so schnell wie möglich mit Abscheu wieder abwendet,
sondern einen Bruder, dem man herzlich die Hand schüttelt, auch
wenn sie verstümmelt ist, denn sie ging für den verloren, der die
Hand ergreift. Ebenso aber der Krüppel selber. Wenn er sich da
hindurchgearbeitet hat, daß er zwar „ein bischen verkrüppelt“, aber
schließlich doch noch der alte Kerl geblieben ist, dann hat der Mann
das, was er braucht, nämlich einen goldenen Schatz im Herzen, mit
dem er ruhig und getrost und voll Gottvertrauen weiterpilgern kann,
und den er unbedingt braucht, wenn er überhaupt das fernere Leben
aushalten soll.
Aufklärung ist also der ganze Angelpunkt unserer Krüppelfürsorge.
Deshalb habe ich auch solange dabei verweilt. Gelingt es
ans aber, diese Aufklärung in weitestem Maße durchzuführen, dann
aber auch nur dann können wir hoffen, die furchtbare Frage der
Versorgung dieser Zahllosen Tausende zur Zufriedenheit zu lösen.
Nun darf ich Ihnen den Weg, den man gehen soll, weiter schildern.
Es ist nötig, daß die Leute in Speziallazaretten untergebracht
werden. Wir haben heute die große Masse der ärztlichen Spezialdisziplinen,
und es ist selbstverständlich, daß sie für diesen Zweck
ausgenutzt werden müssen. Das beste ist in Frankfurt gemacht
worden. Dort besteht eine große Sammelstelle, in die wird ein ganzer
Lazarettzug entleert, und in den nächsten Tagen werden die Leute
sortiert und in die verschiedenen Speziallazarette überwiesen, zum
Beispiel ein Mann mit Zerschmetterung des Kiefers in die Zahnklinik,
andere in die innere Klinik, Nervenklinik, chirurgische usw.
Das läßt sich in der Großstadt durchführen, auf dem Lande nicht.
Hier tritt der beratende Facharzt für Orthopädie in Tätigkeit, der
die geeigneten Fälle bei Bereisungen aussucht.
Nun, wenn die Leute in diesen Speziallazaretten sind und ihre
Behandlung dem Abschluß entgegengeht, dann muß die soziale
Kommission eintreten, welche an dem Lazarett hängt. Sie muß
dafür sorgen, daß der Mann an die richtige Stelle gebracht wird, und
Jie richtige Stelle ist allein seine Heimat. Er muß in die Heimat,
and er muß, wenn möglich, in die alte Arbeitsstelle zurück. Es ist