Gesunde. Das ist eine höchst wunderbare Sache, und der Laie muß
sich da erst hineinfinden und muß auch eine gewisse Abneigung
gegen solche Menschen überwinden. Das ist notwendig; aber wenn
man das erst getan hat, dann kommen wir uns allmählich näher.
Eine seelische Umwandlung muß in jedem stattfinden, der Kriegskrüppelfürsorge
und überhaupt Krüppelfürsorge treiben will.
In meiner Anstalt draußen in Zehlendorf haben wir einen Jungen,
der seine rechte Hand im Betriebe verloren hat. Er hat bei uns
Orthopädiemechanik gelernt. Er schnallt sich an den rechten Unterarm
seinen Hammer, damit schmiedet er, daß die Funken stieben,
und alles übrige, Fräsen, Feilen und dergleichen mehr, macht er mit
dem Stumpf. Er hat seine Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer
mit Gut bestanden, das Gesellenstück, ein sehr schwieriger
orthopädischer Apparat, steht draußen in der Ausstellung, und er
arbeitet heute mit derselben Geschwindigkeit und in derselben Güte
wie jeder Gesunde und verdient natürlich auch denselben Lohn.
So sehen Sie draußen in der Gruppe noch andere Hinweise,
Zum Beispiel kann man Leute, die beide Beine verloren haben, durch
geeignete Prothesen zum Gehen bringen. Man kann, wenn man eine
Hand verloren hat, ruhig weiter eine Menge von Berufen betreiben.
Zunächst kann man schon auf alle Fälle mit der linken Hand schreiben,
dann kann man tischlern, schlossern und kann alle landwirtschaftlichen
Arbeiten machen, einschließlich Mähen, Grasharken und dergleichen.
Man kann Schneider sein, wenn man ein schlottriges oder
versteiftes Ellenbogengelenk hat, Korbflechter, Schuhmacher und
vieles andere mehr. Ein Fall ist draußen noch bemerkenswert: er
hat beide Hände verloren und schreibt doch und zieht sich an und
ist als Lehrer in einer Krüppelanstalt in Hannover tätig.
Ich darf noch andere Beispiele anführen. In meiner Behandlung
befindet sich ein Offizier, dem ist der linke Unterarm amputiert, dicht
vor dem Ellenbogen, außerdem hat er das rechte Auge verloren. Der
Herr will Offizier bleiben. Nach meinem Dafürhalten kann er das
ganz ruhig. Wir machen ihm jetzt eine Prothese, woran allerlei
Ansatzstücke sind, wie Sie sie draußen auch gesehen haben. Damit
kann er alles Erforderliche machen, z. B. auch die Zügel halten.
Denken Sie an den Grafen Zichy, der durch Energie es dahin gebracht
hat, daß er, obwohl er nur über eine Hand verfügt, doch einer
der virtuosesten Klavierspieler ist, die es gibt.
Als die Tagung des Preußischen Landesverbandes vorbei war,
3agte mir Dr. Albert Levy, den Berlinern wohlbekannt als einer