Full text : Der praktische Wert der Krüppelzählkarten

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steht, alle diejenigen, welche dazu berufen sind, eindrücklich dahin
zu wirken, daß diese einheitliche Begriffsbestimmung an den amtlichen
 Stellen angenommen wird.
Die einmalige oder, was wohl mit Sicherheit vermutet werden
 darf, wiederholte Berührung der Krüppelfürsorgefreunde mit
den Behörden wird des weiteren die Gelegenheit geben, in umfassendster
 Weise Aufklärungen über die soziale und wirtschaftliche
 Bedeutung einer geordneten Krüppelfürsorge abzugeben und
hier liegt die Quelle für die’ finanzielle Aufbesserung der einzelnen
Heime. #
Unsere Zeit und nicht zuletzt die an den leitenden Stellen
stehenden Beamten unseres Staates sind so voll von verständigem
and lebhaftem sozialen Empfinden, daß es in allen Fällen nur der
Aufklärung über die große Entlastung der öffentlichen Wohlfahrtspflege
 durch die Krüppelfürsorge bedarf, um sie ohne jede weitere
Bitte dahin zu bringen, daß sie nunmehr auch die Kosten für die
Gegenwart übernehmen, um sich diese Vorteile für die Zukunft zu
verschaffen, d. h., daß sie das Pflegegeld für die einzelnen Krüppel
zu bezahlen sich bereit erklären. Und dieses ist auch der einzige
richtige Weg, den nach meinem Dafürhalten die Wohltätigkeit zu
gehen hat. Zu einer Zeit, als der Krüppel nur als ein Unglück.
licher betrachtet wurde, für den es keine Hilfe gab und dem man
nur mit Mitleid und Liebe beizuspringen vermochte, war es vielleicht
angebracht, daß die Wohltäter sich das zum Unterhalt ihrer Pfleglinge
 nötige Geld zusammen bettelten, manchmal Markstück-, ja
Pfennigweise. Auch heute geschieht das noch in einzelnen Fällen
in rührendster Weise. Aber auch damals schon war die Tätigkeit
der Anstalten eine Entlastung für die Öffentlichkeit insofern, als sie
die Krüppel von der Straße entfernten, vom Bettel- und Landstreichertum.
 Heute indessen, wo die im Sturmschritt vorgehende Orthopädie
die weitaus größte Mehrzahl aller Krüppelgebrechen so weit zu beseitigen
 vermag, daß nunmehr die Bahn frei ist zur Erlangung einer
vollen Erwerbsfähigkeit, scheint mir diese Art der Wohltätigkeit
‘rotz des ihr anhaftenden herzlichen und liebevollen Charakters
nicht mehr nötig zu sein, sowohl im Interesse des Krüppels als in
lem der Anstalten. Jede soziale Hilfe ist der Dienst am Individuum,
gesehen durch das Interesse der Allgemeinheit; und wenn auch die
Krüppelfürsorge dem einzelnen Pflegling in wirtschaftlicher, gesundheitlicher
 und rein menschlicher Beziehung ein Geschenk beschert,
dessen Größe nur der zu überschauen vermag, welcher täglich mit