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Man hat dieser Begriffsbestimmung den Vorwurf gemacht, daß
sie zu langatmig sei. Ich habe zwei Jahre darüber nachgedacht,
wie ich sie kürzer fassen könnte, es ist mir aber nicht gelungen,
Ich sehe auch ihren Wert nicht so sehr in einer stilistischen oder
grammatikalischen Kürze, sondern darin, daß sie in jedem Falle
anwendbar ist und in jedem Falle denjenigen, der sie anwendet,
zwingt, sich auf das genaueste in die vorliegende Entscheidung zu
vertiefen. Ich würde es als ein großes Glück für die Krüppelfürsorge
betrachten, das wiederum allein die Arbeit der Statistik
aufzuwiegen vermöchte, wenn es gelingen würde, eine einheitliche
Auffassung und Begriffsbestimmung vom Wesen des Krüppeltums
und seiner Heimbedürftigkeit in der Öffentlichkeit einzuführen. Da
die vorliegende Begriffsbestimmung vom Orthopädenkongreß d. J.
angenommen ist und ich auch sonst keinen Widerspruch dagegen
gehört habe, da sie außerdem die Grundlage der Technik der
Krüppelstatistik bildet, so habe ich sowohl durch Beilegen eines
solchen Zettels zu den einzelnen Paketen der Zählkarten als auch
durch die Eingabe an die Regierungen dahin zu wirken versucht,
daß diese Begriffsbestimmung zu einer einheitlichen Annahme gelangt,
und dies um so mehr, als sie nach meinem Dafürhalten geeignet
ist, allen berechtigten Interessen gerecht zu werden, sowohl
denen der bestehenden, als der neu zu begründenden Heime, denen
der Ärzte so gut wie denen der Geistlichen oder Lehrer, denen der
Armenverwaltungen und Behörden, vor allem aber denen des Krüppels.
Ich erblicke den Wert der einheitlichen Annahme dieser Begriffsbestimmung
darin, daß der Verkehr zwischen den einzelnen Anstalten
und Behörden sowohl innerhalb eines Staates als besonders mehrerer
Staaten sich vereinheitlicht und vereinfacht, und daß das große
Heer der Nichtheimbedürftigen ausgeschaltet wird und vor die für
sie richtige Schmiede kommt, nämlich in die Hände der Orthopäden.
Ferner darin, daß in demselben Maße, als diese reinliche
Scheidung sich vollzieht, die Einsicht der zur Auswahl berufenen
Faktoren und damit ihre Freudigkeit sich steigert, und daß
sich eine immer größere Klarheit über die tatsächlichen Kosten
und Vorzüge einer geordneten Krüppelfürsorge verbreiten und als
ihr schönstes Ergebnis die Steigerung der Bettenzahl in einer
dem wirklichen Bedürfnis wenigstens nahekommenden Weise herbeiühren
wird.
So bitte ich, von der festen Überzeugung durchdrungen, daß
lie Krüppelfürsorge in diesem Augenblicke an einem Scheidepunkte