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sich einstellen, der auch den wirtschaftlich schwächeren Heimen gestattet,
in weitsichtigem Stil zu arbeiten, größere Aufwendungen zu
machen, damit Freudigkeit und Erfolge zu steigern, und der sie
sicherlich aus der Not befreit, sozusagen von der Hand in den Mund
zu leben. Vor allem werden nun wenigstens die am meisten der
Heilung und Erziehung bedürftigen Krüppel aus ihren Schlupfwinkeln
hervorgeholt und den Heimen ihrer Landschaft zugeführt werden.
Es ist anzunehmen, daß die Herren Oberpräsidehten den Anregungen
der Herren Minister folgend, durch Aussprache mit den
in der Provinz tätigen Anstalten oder Persönlichkeiten, sei es in
Form einer Konferenz», sei es in Form von schriftlichen Verhandlungen
oder der Einholung von Gutachten, den Weg suchen werden,
welcher der für die jeweiligen besonderen Verhältnisse geeignetste
sein könnte. Wo bereits ältere Heime in bekannter und segensreicher
Tätigkeit vorhanden sind, wird man dazu schreiten, sie auszubauen
bzw. zu subventionieren; wo überhaupt noch kein Heim vorhanden
ist, wird man danach suchen müssen, ein solches zu errichten.
Hier werden mehr konfessionelle Rücksichten, dort das Bestehen einer
Anstalt mit ähnlich gearteten Bestrebungen ausschlaggebend für die
zu ergreifenden Maßnahmen sein. So wird es ohne weiteres kommen,
daß eine vielgeartete ihrer Umgebung angepaßte Krüppelfürsorge sich
entwickeln wird, und das halte ich für das größte Glück, was der
praktischen Krüppelfürsorge überhaupt beschert werden kann, nämlich,
daß sie frei von einheitlichem Schematismus sich landschaftlich
entwickelt und sich in den Rahmen ihrer Umgebung einschmiegt,
Nur beileibe keine bureaukratische Formel, in welche alles hineingezwängt
werden muß. Nicht zentralisieren, sondern dezentralisieren,
ist das Schlagwort, wenn ein solches vorhanden sein
muß. Gerade die Krüppelfürsorge kann sich zu ihrer vollen Blüte
nur dann entwickeln, wenn ihr genügend Freiheit gewährleistet ist,
von Fall zu Fall zu entscheiden und sich ihre Instruktionen aus
sich selbst zu holen. Krüppel und Krüppel ist eben ein Unterschied,
und was in Berlin gut ist, taugt nichts im schlesischen Gebirge,
und was in Ostpreußen paßt, ist am Rhein unmöglich. Aus dieser
Anschauung heraus, habe ich ja auch den Begriff des Krüppels so
definiert, daß es dem Urteil des jeweilig Eintscheidenden überlassen
bleibt, der bekannt mit den Gewohnheiten und Anschauungen des
Volkes, unterrichtet über die Leistungsfähigkeit der betreffenden
Anstalt und in Ansehung der Person des krüppelhaften Kindes in
jedem neuen Falle eine neue Entscheidung treffen muß, die aber