Full text : Zur Organisation der Krüppelfürsorge

Zur Organisation der Krüppelfürsorge. :

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ziehung, bis zu einem gewissen Grade auch die Ausbildung eines gebrechlichen
Kindes verantwortlich zu übernehmen,
Der Unterricht erstreckt sich auf:
1. Lehre vom gesunden und kranken Menschen. Lehrer: Chefarzt.
Kinder- und Krankenpflege. Lehrer: für den wissenschaftlichen
Teil der Chefarzt, für den praktischen die leitende Oberschwester.
Massage, Orthopädie (Turnen und medikomechanische Uebungen)
Elektrisation. Lehrer: Chefarzt.
Grundzüge der Pädagogik, namentlich im Unterrichte Schwachbefähigter.
 Lehrer: der Leiter der Lehrabteilung des Hauses.
Anleitung in der Zubereitung der Kost und Behandlung der Wäsche,
Ausbessern der den Lernschwestern gehörigen Kleidung und Wäsche.
Lehrer: geprüfte Wirtschafts- und Handarbeitsschwester.
Ueberwachung der Schulaufgaben unter Anleitung der Lehrerin.
Beschäftigung der Kinder nach Fröbel. Lehrer: Kindergärtnerin
I. Klasse.
Ergänzung und Erweiterung der vorhandenen Schulkenntnisse durch
Teilnahme an der der Anstalt später anzuschließenden Fortbildungsschule.


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S 6.

Die Lernschwestern erhalten:
a) freie Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Verpflegung, Wäschereinigung,
 Dienstkleidung und Ausbildung;
b) im ersten halben Jahre ein Taschengeld von monatlich 10 Mk,, im
zweiten ein solches von 15 Mk. ; im zweiten Jahre monatlich 20 Mk.;
c) jede Woche einen freien Nachmittag;
d) im Laufe des Jahres einen Urlaub von 14 Tagen;
e) im Krankheitsfalle freie Verpflegung bis zur Dauer von 26 Wochen.

Alle Schwestern ohne Ausnahme nehmen an den Unterrichtsstunden
 teil und die Lehrerin lernt gerade so gut wie die Wirtschaftsund
 Bureauschwester Massage und Krankenpflege. Jeder, der im Hause
tätig ist, soll unbeschadet seiner besonderen Aufgaben, im ganzen
Hause Bescheid wissen, jeder soll das Arbeitsgebiet des anderen beurteilen
 und als im Dienst der Sache für ebenso notwendig einschätzen
lernen, wie seine eigene Tätigkeit.
Wir sind überzeugt, daß wir dadurch, daß wir Schwestern in
besonderen Lehrgängen dieser Art erziehen, den Frauen einen neuen
Beruf erschließen, denn es unterliegt gar keiner Frage, daß ein gebildetes
 junges Mädchen, wenn es 1 oder 2 Jahre durch sämtliche
Zweige unseres Betriebes hindurchgegangen ist und außerdem den
aufgeführten theoretischen Unterricht erhalten hat, diejenige Vorbildung
 besitzt, welche es befähigt, die gebrechlichen Kinder wohl-