Full text : Zur Organisation der Krüppelfürsorge

Zur Organisation der Krüppelfürsorge.

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2mal Kakao mit Butterbroten.
Imal Milch mit belegten Butterbroten oder statt des
Belag Eier.
Nach den Jahreszeiten wechselt der Speisezettel.
Die Kinder werden monatlich gewogen, und es wird für sie im
Bedarfsfalle von den Aerzten eine etwaige besondere Kost festgesetzt.
Damit das Essen für die Pfleglinge in der Güte gleich bleibt, und eine
größere innerliche Einheitlichkeit im Hause auch durch solche Aeußerlichkeiten
 gewahrt wird, gibt es überhaupt nur eine Form der Bespe:-sung,
 welche allen gleichmäßig zukommt, dem Arzt, den Schwestern, den
Pfleglingen und dem Dienstpersonal; sie essen alle aus demselben Topf.
An der Spitze des Hauses als der dem Kuratorium verantwortliche
 Leiter steht der Arzt. Ueber ihn gehen alle Wünsche und Verordnungen
 des Kuratoriums an das Haus und umgekehrt des Hauses
an das Kuratorium. Er ist in Bezug auf die Verwaltung des ihm bewilligten
 Etats und innerhalb des Hauses unbeschränkt. Zu seiner
Unterstützung sind ihm aus dem Kuratorium zwei Berater beigegeben.
ein Hilfsschulleiter für die pädagogische Seite und ein Verwaltungstechniker
 für die wirtschaftliche Seite des Hauses. Diese drei bestimmen
 in wöchentlichen Konferenzen, zu welchen je nach Bedarf
die Oberschwester, die Wirtschaftsschwester, die Bureauschwester oder
sonstige Fachleute gezogen werden, unter dem Vorsitz des Arztes den
Gang des Betriebes in allen seinen Einzelheiten. Mit dieser Institution
soll Vorsorge getroffen werden, daß sich das Haus nicht einseitig auswächst,
 denn wenn der pädagogische oder geistliche Einfluß mancherorten
 zu sehr überwiegt, so hieße es, vom Regen in die Traufe kommen,
wenn mit einem Male nur die ärztlichen Interessen berücksichtigt
würden. In der Mittellinie erblicke ich die höchstmögliche Leistungsfähigkeit
 solcher Anstalten; in dem gegenseitigen verständnisvollen
Sichergänzen von Arzt und Pädagogen, der auch ein Geistlicher sein
kann, sehe ich allein das Gedeihliche eines Krüppelheims. Um das
zu erstreben sind unsere wöchentlichen Konferenzen eingerichtet. Am
1. Juli d. J. wird ein Pädagoge, der besonders im‘ Unterricht der
Schwachbefähigten sich ausgebildet hat, für das Haus angestellt
werden. Dieser wird die gesamte pädagogische Abteilung einschließlich
der Handwerksstuben unter seiner Verantwortung übernehmen und
den Bureaubetrieb, aber er wird dem Arzt untergeordnet sein, der im
Interesse des ihm unterstellten Betriebes die Selbstverleugnung besitzen
 muß, daß er einem solchen Mann genügend Bewegunsgsfreiheit