Full text : Zur Organisation der Krüppelfürsorge

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Biesalski.

Für Hydrotherapie sind besondere Einrichtungen nicht vorhanden,
 weil der Raum mangelt; sie sollen im Neubau berücksichtigt
werden. Zur KElektrisation und zu elektro-diagnostischen Untersuchungen
 dient ein großer fahrbarer Apparat und ein Vierzellenbad.
Den ärztlichen Dienst versieht neben dem leitenden ‚Arzt ein
Assistent, welcher im Hause wohnt. Abgesehen davon, daß jedes Kind
bei der täglichen Visite vom Arzt gesehen wird, werden sämtliche
Kinder, soweit das nicht sowieso aus anderen Gründen öfter geschieht,
alle 4 Wochen gründlich untersucht und ihr weiterer Behandlungsplan
bezüglich Massage, Elektrisation, Turnen, Bäder, Ernährung u. s. w.
festgesetzt. Dieser Untersuchung werden auch alle diejenigen unterzogen,
 die nur zum Zwecke des Unterrichts im Hause sind, die Schwachsinnigen
 werden methodisch auf ihre geistige Leistungsfähigkeit und
deren etwaige Besserung geprüft und das ihnen zuträgliche Maß von
geistiger Inanspruchnahme im Einverständnis mit dem Lehrer festgesetzt.
Für die Schule sind vorhanden drei Zimmer. In zweien werden
die schulpflichtigen Kinder unterrichtet. Es sind dafür zweisitzige
Bänke angeschafft für die verschiedensten Größen und außerdem einsitzige
 für schwere Skoliotiker, namentlich für paralytische Skoliosen.
Die Schulbänke nach dem Zahnschen System besitzen eine (leicht
verstellbare) große Minusdistanz, die Hälfte der mit einem Ausschnitt
für den Oberkörper versehenen Tischplatten ist aufklappbar und kann
auch abgenommen werden, damit an demselben Tisch die Mädchen
Handarbeitsunterricht erhalten können. Ein besonderes, nach allen
Richtungen hin verstellbares Fußbrett ist an dem Tischfuß angebracht
und kann für Jedes Kind passend eingesteckt werden. Beschreibung und
Abbildung der Schulbank und der Fußplatte erscheinen in der Zeitschrift
für Krüppelfürsorge. In dem dritten Zimmer werden die vorschulpflichtigen
 Kinder mit Fröbelunterricht beschäftigt. Für Unterrichtsmittel
 ist schon jetzt ein ansehnlicher Fundus vorhanden, der dauernd
von Jahr zu Jahr vergrößert werden soll. Namentlich wird auf Anschauungsunterricht
 Wert gelegt, und außerdem soll in umfangreichem
Maße Handfertigkeitsunterricht getrieben werden und zwar im Modellieren,
 Hobelarbeit, Kartonarbeit u. a. Dieser Handfertigkeitsunterricht
 hat nichts mit dem Handwerksunterricht zu tun, welcher erst
für das nachschulpflichtige Alter erteilt wird. Er soll nur dazu dienen,
die Kinder im allgemeinen handfertig zu machen und als Prüfmittel
dafür, welche Anlagen in dem Kinde vorhanden sind, die zu einer
späteren Berufsausbildung verwertet werden können.