Full text : Was ist durch die Bewegung der Krüppelfürsorge in den letzten 10 Jahren erreicht worden?

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Das Beste aber, was sie leisten wird, kommt noch, Ein großer
Teil der Ausstellungsgegenstände aus dem Pavillon sind nach Berlin
überführt in provisorische Räume und bildet den Grundstock für
in Museum der Krüppelfürsorge, für das der Berliner Verein
im Grunewald auf dem Gelände seines Neubaues den Grund und
Boden unentgeltlich hergeben will. Die Kosten dafür sind zum
größten Teil vorhanden durch ein jährliches Legat von 4000 Mark,
(was einem Kapital von 100000 Mark entspricht), das ein verstorbener
 Wohltäter in Berlin der Vereinigung vermacht hat. Der
Rest des Baugeldes und die Einrichtungskosten sollen durch eine
Lotterie aufgebracht werden. Außerdem hoffen wir, daß das Reich
and die Bundesstaaten uns Zuschüsse geben und daß hochherzige
Gönner erstehen werden, die durch Zuweisungen die Verwirklichung
des Museumsplanes ermöglichen und sicherstellen werden.
Die Herren Regierungsbaumeister SCHMIEDEN und BÖTHKE, die
Erbauer der Berliner Anstalt, haben einen ersten Entwurf des Museums
im Grundriß und in einer farbigen Ansicht hergestellt, die ich hier
aufgehängt habe. Es sind darin 1400 qm Bodenfläche für Ausstellungszwecke
 vorhanden — in Dresden waren es 240 qm — ferner das
Treppenhaus, das gleichfalls dazu verwandt werden kann. Im
Sockelgeschoß sind Arbeitsräume und eine Wohnung vorgesehen.
Ob nun dieses Projekt zur Ausführung kommt, das 150000 Mark
kosten soll, oder eine Anlage, von der man zunächst nur den Mittelbau
 ausführt, um später Flügel zur Erweiterung anzufügen, bleibe
heute dahingestellt; es liegt mir in diesem Augenblick nur daran,
[hnen zu zeigen, daß wir etwas Gutes und Zweckdienliches schaffen
wollen. Hier soll sich jeder, der in der Krüppelfürsorge arbeiten
will oder schon tätig ist, durch Anschauung über die reichen Hilfsmöglichkeiten
 und Fortschritte unterrichten können, hier soll das
organische Wachsen der deutschen Krüppelfürsorge dargestellt
werden und uns anhalten, das Erworbene weiter zu entwickeln,
hier wollen wir unser Fach wissenschaftlich vertiefen und ausbauen,
hier soll durch eine Bücherei und Arbeitsräume Gelegenheit zu eigner
Forschung geboten werden, hier wird zum ersten Male in der Welt
das große Gebiet sozialer Volkswohlfahrt, das wir bearbeiten, ın
einer wissenschaftlich durchdachten Ausstellung in einem eigenen
würdigen Gebäude dargestellt werden.
So wird auch das Museum zur Sammlung auffordern und ein
Mittelpunkt für jene Einheitlichkeit im höchsten Sinne werden,
die ich oben erwähnte.