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Stand der Pflege erfreulich kennzeichnet, andererseits aber auch den
Geldgebern die schweren Betriebskosten erklärt. Und da kann nun
mit Befriedigung festgestellt werden, daß der Durchschnitt des
Pflegesatzes andauernd gestiegen ist von 381 Mark jährlich in
1908, auf 415 in 1910, auf 510 in 1912. Hier kann man fröhlich
rufen Vivat sequens! Zwar kommt ein Heim noch mit 216 Mark
jährlich aus, mehrere aber verlangen und bekommen 1095 Mark jährlich,
ja einige Anstalten haben eine I. Klasse mit recht erbaulichen
Sanatoriumspreisen.:
Das beste daran aber ist, daß diese Gelder zu einem immer
höheren Anteil nicht mehr aus der unzuverlässigen Quelle des Almosens,
sondern aus dem guten Dauerbrunnen der öffentlichen
Kassen fließen. Daß wir diese für uns gewonnen haben, ist eine der
bedeutsamsten weil zukunftssichernden Errungenschaften des letzten
Jahrzehnts.
Eine charakteristische Umwandlung hat sich in der Leitung
der Anstalten insofern vollzogen, als der Arzt, der 1902 nur 4%,
der Anstalten unter sich hatte, heute 29°, der Heime leitet. Damals
gab es nur einen, heute 15 ärztliche Anstaltsdirektoren.
Das hängt mit dem erwachenden Interesse der Orthopäden und mit
den Fortschritten ihrer Kunst zusammen. Um gleich dabei zu bleiben,
so hat überhaupt die ärztliche Versorgung in der erfreulichsten und
überraschendsten Weise zugenommen; wir haben heute an den Kliniken
der Krüppelheime 55 leitende Ärzte, d. h. jedes Heim ohne
Ausnahme hat einen eignen dirigierenden Arzt, manche sogar deren
mehrere, darunter 9 Professoren. Allein in den letzten 2 Jahren
ist die Zahl der Assistenten von 18 auf 28, die der Operationssäle
von 22 auf 83, die der mediko-mechanischen Einrichtungen von
15 (in 1908) auf 27, der Röntgenlaboratorien von 4 (in 1908) auf
27 gestiegen; 14 Anstalten haben eigene Turnsäle, 30 eigene orthopädische
Werkstätten.
Das sind gewiß Fortschritte, die nicht nur den Arzt von Herzen
erfreuen, sondern in vielleicht noch höherem Maße die Laien und
Geistlichen, wenn sie auf die Zeiten zurückschauen, wo es einfach
noch keine Wissenschaft der Krüppelheilung gab. Und nun lassen
Sie mich hier mal ein offenes, gutgemeintes Wort sprechen. Wenn
öfter mit Worten der Freude erwähnt wurde, wie sehr die Fortschritte
der Orthopädie zur Beseitigung des Krüppeljammers beitragen, so
ist das auf geistlicher Seite manchmal mißverständlich als ein versteckter
Vorwurf aufgefaßt worden, so als ob die geistlichen Anstalten