Full text : Was ist ein Krüppel?

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jenigen, der doch noch nicht so recht weiß, worauf wir hinaus wollen,
sollen sie zeigen, wo die Grenzen für die Begriffsbestimmung Krüppel
zu ziehen sind, und daß diese durchaus nicht mit der Krankheitsbezeichnung
 zusammenfallen, sondern daß wir nicht umhin können,
das soziale Moment mit hinein zu nehmen, und daß jeder Fall für
sich und aus seinen besonderen Verhältnissen heraus entschieden
werden muß. Das wird, um es nur nebenbei zu bemerken, schematischer
 Bureaukratismus im allgemeinen sehr viel weniger gut vermögen,
 als eine bewegliche, anpassungsfähige, private Organisation.
Die dieser Begriffsbestimmung zugrunde liegenden Gedanken
sind auch auf die Beurteilung der Statistik angewandt worden. Nach
ihnen ist die Scheidung in heimbedürftige und nichtheimbedürftige
 vollzogen worden, so zwar, daß der Arzt jeden Fall auf
Grund des genauen Studiums aller Fragen der diesem Krüppel gehörigen
 Zählkarte beurteilte, nämlich unter Rücksichtnahme auf das
Alter des Kindes, etwa vorhergegangene Behandlung oder Fehlen
jeglicher Behandlung bei einem alten Leiden, auf Komplikationen,
die soziale Lage des Vaters, darauf, ob Schwachsinn oder andere
körperliche Gebrechen vorhanden waren, z. B. Blindheit, Taubstummheit
 und ähnliches.
Jede dieser Gruppen zerfiel wieder in 3 Unterabteilungen. Die der
nichtheimbedürftigen, N-Fälle genannt, hat 3 Unterabteilungen: Nb,
nichtheimbedürftige Bresthafte, das waren alle diejenigen, welche
irrtümlicherweise als Krüppel bezeichnet wurden, Idioten, Taubstumme,
 Blinde und ähnliche. Sie sind bei der Statistik überhaupt
nicht mitgezählt worden. Die Karten wurden den Kreisärzten überwiesen
 mit dem Anheimgeben, die betreffenden Kranken aufzusuchen
und gegebenenfalls für sie zu sorgen. No waren nichtheimbedürftige
orthopädisch Kranke, d. h. solche, welche wohl einer Behandlung
bedurften, aber jedenfalls nicht in einem Krüppelheim, Nk waren
nichtheimbedürftige Krüppel, welche einer Behandlung nicht mehr
zugänglich waren.
Die heimbedürftigen oder H-Fälle zerfielen wiederum in 3 Unterabteilungen:
 Ht solche, die heimbedürftig und therapiebedürftig
waren; Hg solche, die heimbedürftig waren und wenn auch nicht
mehr der Behandlung, so doch des Unterrichts und der, gewerblichen
 Ausbildung bedurften; Hu, Unheilbare, welche nur noch verpflegt
 werden können.
Einige Beispiele mögen das illustrieren: Angeborenes Fehlen
der linken Hand, 3 jähriger Knabe, der Vater ist Gärtner: Nk; —