Full text : Kriegskrüppelfürsorge

35

großen sozialen und Kultursieg erringen, indem wir zu einer Zeit, wo
unsere Feinde aus Mangel an jeder Voraussetzung noch schwer mit den
Schlacken des Krieges belastet sein werden, den Krieg und seine Schädi—
gungen restlos überwinden und damit einen gar nicht einzuholenden wirt—
schaftlichen Vorsprung erringen werden.
Dann ist die Bahn wieder frei für die letzte Auswirkung des deutschen
Bedankens.

Fig. 65. Schematische Zeichnung der Konstruk—
tion eines künstlichen Armes für Oberarm-Amputierte
mit aktiven Federkräften für das Ellbogengelenk in
zwei Stellungen, wobei in der Beugestellung ein
Hammer als Werkzeug eingesteckt ist, während in der
Streckstellung statt des Werkzeuges eine leicht abnehm—
oͤare Ledermanschette mit künstlicher Hand herüber—
gezogen ist. Die punktierte Rolle befindet sich an der
Innenseite. Über sie läuft eine punktiert gezeichnete
Schnur zu dem Befestigungsgurt an der Schulter,
welche die aus Leder gewalkte Oberarmhülse tragen
hilft und einen festen Sitz gewährleistet. Der mit
schwarzer kräftiger Linie gezeichnete Metalltopf ahmt
die Form des Ellbogens nach und ist auf der Ober—
armhülse um die Längsachse des Oberarmstumpfes
drehbar. Von ihm aus geht eine gelenkige Stange zu
dem Metallrohr des Unterarmes und bewegt dort einen
stolben zwischen zwei miteinander verbundenen Spiral—
federn. Wird nun der Oberarmstumpf in Streckung
aund Beugung hin- und her bewegt, so werden diese
Federn gespannt oder entspannt und dadurch gerät
das Unterarmrohr in selbsttätige Bewegungen, welche
der Beugung und Streckung des Oberarmes ent—
sprechen und kräftig genug sind, daß man damit häm—
mern, d. h. nieten, punzen, treiben kann. Diese Feder—
kräfte sind in jeder beliebigen Winkelstellung des mecha—
nischen Ellbogengelenkes zu betätigen. Ferner kann
der Unterarm in jedem beliebigen Winkel festgestellt
werden oder man kann ihn auch ganz frei gleiten lassen, je nachdem man die betreffenden
Knebel anzieht oder frei läßt. Die Scharnierbewegung im Ellbogen entspricht der des Ellbogen—
gelenkes. Statt des Hammers können beliebige andere Ansatzstücke benutzt werden. Die Federn
dienen auch für andere Verrichtungen dazu, um Stöße aufzufangen. Da eine Unterarm-Man—
schette mit Hand leicht angesteckt werden kann, so ist der Arm zugleich Schönheits- und Arbeits—
arm, der morgens an- und abends abgelegt, nicht ausgewechselt zu werden braucht und unter
der Kleidung getragen wird. (Federarm des Oscar Helene-Heims.) (S. auch Fig. 66 u. 67.)