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Aufklärung beitragen und nicht zuletzt die Behörden (Geistliche, Lehrer, be—
amtete Arzte, Zivilverwaltung) von Staat und Gemeinden, Krankenkassen,
Berufsgenossenschaften, Gewerkschaften und die Arbeitsnachweise. Die
Lehrer sollen der Jugend Ehrfurcht vor den Verstümmelten beibringen
und auch die Geistlichen können gelegentlich ein Wort des Trostes mit ein—
fließen lassen.
Und wenn man fragt, wer soll denn aufgeklärt werden, so kann die
Antwort nur lauten: Alle! Wieviel Behörden, Lehrer, Schwestern, Ärzte
(mit Ausnahme der Orthopäden) gibt es, die von der ethischen, nationalen
und wirtschaftlichen Bedeutung der Krüppelfürsorge etwas wissen? Sie
alle sollen jetzt davon erfahren, und dazu die sozialen Vereine und Verbände,
Fig. 37. K. K. Orthopädisches Spital und Invalidenschule von Oberstabsarzt Professor Spitzy
in Wien
die Arbeitgeber und Arbeitnehmer und ganz besonders die Verwundeten
mit ihren Angehörigen selber.
Hier, in der frühzeitigen Belehrung der Verwundeten, liegt der Schlüssel
zum Ganzen. Jeder Lazarettarzt hat die menschliche und amtliche Ver—
pflichtung, sich über diese Frage zu unterrichten und dann bei jedem ärzt—
lichen Rundgang mit lauter Stimme durch den Saal hin die Leute einzeln
zu belehren, daß sie wieder werden arbeiten können und auch Arbeit finden
werden. Es ist weniger wichtig, daß der Amputierte im ersten Bett links
dem Regiment so und so angehört, als daß der Mann ein Fabrikschuhmacher
aus Erfurt ist, mit Frau und sechs Kindern. Solche „sozialen Visiten“
wirken Wunder, die niedergeschlagenen Gemüter richten sich allmählich auf,
die Augen beginnen wieder zu leuchten, die Leute fangen selbst an zu
fragen und sich über ihre Zukunft miteinander zu unterhalten, sie drängen