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zumal jetzt während des Krieges bedeutsame neue Modelle, insbesondere für
Oberarm-Amputierte, erfunden worden sind (Fig. 26—209, ferner 65 u. folg.).
Man muß unterscheiden zwischen einem Kunstarm für schwere Arbeit und
einem solchen für einfache Betätigungen, z. B. die Verrichtungen des täg—
lichen Lebens. Der Arbeitsarm muß dauerhaft und einfach sein und einen
Ansatz tragen, in den verschiedene Werkzeuge hineingesteckt werden können
Fig. 48). Die wichtigsten Typen solcher Kunstarme sind weiter unten ab—
zebildet. Jeder ist verwendungsfähig, denn entscheidend ist nicht in erster
Reihe die technische Vollendung, wenn sie natürlich auch nicht unwichtig ist,
sondern der Wille des Mannes. Die beste Prothese ist der Stumpf selber:
er besitzt Gefühl in der Haut und für die Abmessung des Druckes, das sich
bis zur höchsten Feinfühligkeit steigern läßt. Was sich alles mit den nackten
Stümpfen machen läßt, ist für den Laien beim ersten Anblick unfaßlich; und
doch ist der Vorgang ganz einfach, denn die Geschicklichkeit sitzt nicht in den
Fingern oder im Stumpf, sondern im Gehirn, in der Beweglichkeit der Ge—
lenke und dem Zusammenspiel der Muskeln, alles Dinge, die der UÜbung zu—
gänglich sind und eine schier unbegrenzte Erweiterungs- und Anpassungsfähig—
keit besitzen. Wo der Stumpf nicht ausreicht, sollen die Kunstglieder und
Ansatzstücke so gebaut sein, daß sie die Physiologie des Stumpfes nicht stören,
sondern erweitern und steigern. Männer, die nicht schwer zu arbeiten haben,
kommen, falls sie nicht überhaupt auf jeden Kunstarm verzichten,
mit einfachen Atrappen, einem ausgestopften Handschuh oder einer
Fig. 26. Oberarm-Amputierter mit Siemens-Schuckert-Arm vor einer
landwirtschaftlichen Maschine.