Full text : Kriegskrüppelfürsorge

J. Die ärztlichen Hilfsmittel.

A. Vorbeugung.

Schon während der Wund—
behandlung werden heute zahl—
reiche gute Verfahren ange—
wandt, um eine möglichst glatte
und vollkommene Heilung zu
erzielen, um Schädigungen von
vornherein gar nicht erst auf
kommen zu lassen und eine
schmerzlose Uberführung in die
Lazarette der Heimat zu ermög—
lichen.
Mit Recht gefürchtet sind
die Knochenzerschmetterungen be—
sonders des Oberschenkels, hier gibt es einfache Schienen, welche nach
Geh. Rat Prof. Lange aus Bandeisen gefertigt werden, wie man es
überall in Feindesland beschaffen kann. Wenn Filz und Pappe noch dazu—
kommt, ist es gut, aber nicht notwendig (Fig. 1 u. 2).*)
Das beste Verbandsmaterial für Knochenbrüche ist Gips, den man in
den verschiedensten Techniken verwenden kann. Für den Oberschenkel
werden die Verbände so gearbeitet, daß der Verletzte mit seinem Sitz—
Verband gestreckt ist,
so daß er trotz sei—
nes schweren Knochen⸗
bruches herumgehen
und schnell in die
Heimat gebracht wer—
den kann (Fig. 3.
Eine andere Gips—
technik gestattet es,
knorr auf der oberen
Kante reitet, während
das Bein durch Zug im

*) Die Langeschen
Schienen u. Engelhard—
schen Apparate (Fig. 1 u. 2)
fertigt Storz K Raisig in
München, die Schedeschen
Apparate die Apparatbau—
Ges. in München an.

Fig. 11. Fig. 12. Fig. 13. Fig. 14.
—VV—
Schematisch. Fig. 11 Durchschneidung des Nerven durch einen
Knochensplitter. Fig. 12 Geradrichtung des Bruches und Naht des
Nerven (in Fig. 13 größer dargestellt). Fig. 14 Fertige Verhältnisse
nach der Heilunag.