Full text : Kriegsinvaliden und Gewerkschaften

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Anhang.

die ihren Betrieben angehörten, wieder aufzunehmen und
beim Anlernen und Umlernen zu unterstützen, soweit dies die Ver—
hältnisse im einzelnen nur irgend gestatten. Sie würde es für
verfehlt halten, diesen ein Almosen zu geben, sie will sie vielmehr
ihren Leistungen entsprechend entlohnen.
4. Die Industrie bringt durch Einstellung von Kriegsinvaliden
ein Opfer, da sie mit ihnen ihre Betriebsmiltel nur in geringerem
Maße ausnutzen kann. Sie ist hierzu bereit und erhält dadurch siec
und der Allgemeinheit das Kapital an geistigen uͤn
praktischen Fähigkeiten, das die kriegsinvaliden Ar—
beiter in ihrer Gesamtheit darstellen.

Arbeitsgemeinschaft zur Unterbringung der Kriegsinvaliden.
Rundschreiben des Magistratskommissars für die Kriegsbe—
schädigtenfürsorge in Berlin vom 2. August 1915 an die Arbeitgeber
und Arbeitnehmerorganisationen in Berlin.
Die Besorgung von Arbeit für wieder arbeitsfähig gewordene
Kriegsverletzte ist eine der wichtigsten Aufgaben der Kriegsver—
letztenfürsorge.
Alle in Betracht kommenden Stellen sind sich darüber einig, daß
es wünschenswert ist, den Kriegsverletzten an seine frühere Stelle
zurückzubringen, und wo dies nicht möglich ist, ihm eine ähnliche
Stellung in derselben Industrie zuͤ verschaffen.
Diese Aufgabe kann auf dem gewöhnlichen Wege des Arbeits—
nachweises nur schwer gelöst werden.
Die Arbeitgeber und Arbeitnehmerinder Ber—
biner Metallindustrie haben bereits einen andern Weg
beschritten, der mir so praktisch erscheint, daß ich ihn den Arbeitgeber-
 und Arbeitnehmerorganisationen in andern Gewerben zur
Nachahmung empfehle.
Die in der Metallindustrie bestehenden Arbeitgeber- und Arbeit—
aehmerorganisationen haben sich zu eine Arbeitsgemein—
sich aftt zusammengeschlossen, deren Zweck es ist, den früher in der
Metallindustrie tätigen Kriegsverleßten Arbeit zu verschaffen.
Die Arbeitsgemeinschaft wird zunächst versuchen, den Be—
schädigten in dem Betriebe unterzubringen, in dem er früher be—
schäftigt war, und wenn dieses nicht möglich ist, sich um eine andere
passende Stelle in der Metallindustrie bemühen.
Die,Arbeitsgemeinschaft hat weiter die Auf—
gabe übernommen, entstehende Schwierigkeiten
wegen Bezahlung für die veränderte Tätigkeit
zusbeseitigen und auch bei späteren Unstimmig-—
keiten vermittelnd einzugreifen.
Die Berliner Kriegsbeschädigtenfürsorge hat sich bereit erklärt,
alle Kriegsverletzten, die früher in der Berliner Metallindustrie
tätig waren, an genannte Arbeitsgemeinschaft zu überweisen. Sie
hat ferner beschlossen, auch andern Arbeitsgemeinschaften, die fich
bilden, die zu ihrem Bereich gehörenden Kriegsverletzten behufs