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Anhang.
der Tätigkeit der ersten Abteilung, die damit beginnen mußte, die
Verstümmelten über ihren bisherigen Beruf und Lebensgang zu
befragen und sie zu beraten. Ein solches Beginnen, auch wenn es
mit allem Zartgefühl geschieht, setzt entgegenkommendes Vertrauen
voraus. Die besuchenden Herren klagten, daß sie oft mit gegen—
teiligen Gefühlen, mit Mißtrauen, empfangen wurden und nichts
ausrichten konnten. Wir bedurften hier der Vorarbeit derjenigen
Person, der der Verwundete naturgemäß das größte Vertrauen
entgegenbringt: des Ar ztes, der durch verständnisvolles Eingehen
auf Schmerzen und Sorgen während einer Reihe von Tagen sich
solches Vertrauen verdient hat. Den Zwecken der wirtschaftlichen
Kommission wurde am besten vorgearbeitet, wenn der Arzt, der bei
den schweren, verstümmelnden Verwundungen doch täglich erheb—
liche Zeit reinigend und verbindend sich mit dem Krieger be—
schäftigen muß, diese Gelegenheit benutzte, sich ganz langsam, über
Tage verteilt, in Lebensgang und Lebensweise des Patienten zu
versenken und ihm die Frage an ihn um Rat und Hilfe bei Zu—
kunftsentschlüssen als ganz selbstverständlich nahezulegen. Recht
gt findet dann der Arzt selbst schon den erlösenden Rat; er wird
ihn mit psychologischem Feingefühl dem Patienten nicht direkt
sagen, sondern suggerieren, als hätte ihn jener als eigenen selbst
gefunden. Fehlt dem Arzt die nötige Kenntnis der Berufe, so ist
sein Patient wenigstens so vorbereitet, daß er das Mitglied der
wirtschaftlichen Kommission als einen Helfer und Freund des Arztes,
wie diesen selbst empfängt. Der mit tätiger Mitwirkung des be—
handelnden Arztes gefaßte Entschluß trägt, da er auf dem treiben—
den Gefühl des Vertrauens gefaßt wurde, seinen Segen noch weit
über den Anfang hinausz; er stützt die ganze Arbeitszeit.
Konnten wir der idealen Hilfe des Arztes bei der Neuorientie—
rung der Verstümmelten nicht entraten, so suchten wir ihm die zeit—
raubende Beantwortung langer Fragebogen zu ersparen. Wir
begriffen es, daß ähnliche Unternehmungen an andern Orten daran
scheiterten, daß die Aerzte die grundlegenden, bis zu hundert (I)
Fragen zählenden Bogen nicht ausfüllten. Dazu haben die Aerzte
keine Zeit. Die uns viel wichtiger erscheinende individuell-seelische
Bearbeitung des Patienten werden sie bereitwillig übernehmen,
weil sie ohne Zeitverlust gelegentlich geschehen kann.
Unser Fragebogen, deren Muster wir an Interessenten gern
versenden, enthält nur vier Fragen zur Beantwortung: 1. Ver—⸗
letzung (deutsch) und voraussichtliche Folgen. 2. Eigene Absichten
des Verletzten. 3. Bis wann voraussichtlich im Lazarett. 4. Aus—
gehfähig? bettlägerig? — Was die Organisation sonst zu wissen
nötig hat (Beruf und letzter Arbeitgeber, Familienverhältnisse,
Vermögen) erfragt sie sich später selbst.
Die Hauptaufgabe der wirtschaftlichen Abteilung ist, das
Gewünschte mit dem Möglichen und Nüßtlichen in Einklang zu
bringen. Sie schon setzt sich unter Umständen mit dem Arbeitgeber
in Verbindung, um dem Verstümmelten vielleicht seine RF Ar⸗
beitsstelle zu sichern, wobei, nach Umfragen bei staatlichen und