Full text : Kriegsinvaliden und Gewerkschaften

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Schlußbemerkungen.
Allmählich beginnt die Fürsorge für die Kriegsinvaliden
festere Förmen anzunehmen. Im größten Teile des
Reichs sind bereits Organisationen gebildet und Kommissionen
eingeseßt. Leider sind die Wünsche nach einer einheitlichen
Regelung der Fürsorgetätigkeit für das ganze Reich unerfüllt
geblieben. Der leidige Mangel an Einheitlichkeit wird da—
durch noch größer, daß auch innerhalb der einzelnen Bundes—
staaten die Bestrebungen auf diesem Gebiet noch weit von
einer zentralen Zusammenfassung entfernt sind. Die ver—
schiedenartigsten Organisationen und Einrichtungen laufen
neben⸗ und miteinander, teils solche öffentlich-rechtlicher, teils
solche privat-wohltätiger Natur. Man kann es verstehen, daß
jede brauchbare Hilfe, die sich anbietet, Verwendung findet,
aber das hätte sich auch wohl ermöglichen lassen, wenn das
Ganze zu einer straffen, nach einheitlichen Grundsätzen ge—
leiteten Organisation zusammengefaßt worden wäre.
Nicht minder bedauerlich als der Mangel an Einheitlich—
keit ist der Umstand, daß den Gewerkschaften, die wohl die be—
rufensten Vertreter für den größten Teil der in Betracht
kommenden Kriegsbeschädigten sind, die angebotene Anteil—
nahme an den Fürsorgebestrebungen nicht in ausreichendem
Mäße gesichert worden ist. Wohl haben die obersten Instanzen
in ihren Anweisungen mehr oder weniger dringlich nahe—
gelegt, überall auch Vertreter der Arbeitnehmer zu den zu
bildenden Aussqhüss en hinzuzuziehen, aber die Praxis hat be—
reits gelehrt, daß dem nicht überall entsprochen wird. In
weiten Bezirken hat der Krieg an der Voreingenommenheit
und Feindschaft gegen die Arbeiterorganisationen noch nicht
das geringste geändert, so daß man deren Mitarbeit offen
oder versteckt ablehnt.
Trotzdem dürfen die Beauftragten der Gewerkschaften nicht
müde werden, sich der armen Arbeitsgefährten, die der Krieg
so schwer getroffen und auf Lebenszeit gezeichnet hat, an—
zunehmen. Wenn noch nicht überall in den zahlreichen Kom—
missionen und Ausschüssen, die sich mit der Fürsorge befassen,