Full text : Kriegsinvaliden und Gewerkschaften

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Die Organisation der FSürsorge.
Namens der Arbeiter haben die Gewerkschaften sich
von allem Anfang zu dieser Mitwirkung angeboten. Die
Generalkommission der Gewerkschaften hat, als das Reichsamt
des Innern die Vorarbeiten in die Hand genommeñ hatte,
am 18. Februar 1915 in einer GCingabeanden Stell—
vertreter des Reichskanzlers, Staatssekretär
Dr. Delbrück, darum nachgesucht, Vertreter der Gewerkschaften
zu der Fürsorgeorganisation hinzuzuziehen. Wir lassen diese
Eingabe in ihrem Wortlaut folgen:
Berlin, 18. Februar 1915.
An den Stellvertreter des Reichskanzlers,
Herrn Staatssekretär ODr. Delbrück, Erdellemg
ertin.

Der Krieg hat eine gewaltige Zahl von Krüppeln geschaffen,
die dauernd in ihrer Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt sein werden.
Die Zahl dieser Unglücklichen steigt mit jedem Tage der weiteren
Dauer des Krieges. Die Unterstützung der Kriegsinvaliden durch
Gewährung ausreichender Renten ist Aufgabe des Reiches.
Durch Zahlung einer Rente soll und darf aber
die Fürsorgefür die Kriegsinvalidennichter—
schöpft sein. Im Interesse der Krüppel und der deutschen
Volkswirtschaft liegt es, die verletzten Kriegsteilnehmer soweit
als möglich er werbsfähig zu machen. Erfreulicherweise
stehen die maßgebenden Stellen ja auf dem Standpunkt, daß den
Kriegsverletzten das bestmöglichste Heilverfahren gewährt werden
soll, um dieses Ziel zu erreichen.
Ueberaus schwierig wird es sein, den Direrhnettrd
Kriegsverletzten geeignete Arbeit zu verschaffen,
sie in den dafür in Frage kommenden Betrieben unterzubringen.
Diese Aufgabe wird in zufriedenstellender Weise nur gelöst werden
können, wenn ein Zusammenwirken der Unter—
nehmer- und Arbeiterorganisationen mit den
Behörden herbeigeführt und sichergestellt wird.
Die Arbeitsbeschaffung für die Kriegsverletzten berührt aber
auch gewerkschaftliche Interessen. Es muß vermieden werden, daß
die Kriegsverletzten gegenüber den gesunden, voll leistungsfähigen
Arbeitern als Lohndrücker benutzt werden. Dies liegt
zurchaus auch im Inkteresse der Kriegsverletzten selbst, deren Ein—