Full text : Kriegsinvaliden und Gewerkschaften

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Moͤglichkeit der Wiederbeschäftigung.

Mit dem Abschluß des Heilverfahrens und
Zuerkennung einer Rente an den Kriegsinvaliden
sind aber keineswegs die Verpflichtungen alle erfüllt, die dem
Volke, für das der Soldat gekämpft und gelitten hat, obliegen.
Derjenige Kriegskrüppel allerdings, dessen Verstümmelung so
außerordentlich schwer ist, daß sie ihn für jede fernere Er—
werbstätigkeit untauglich macht, wird sich wohl oder übel mit
der Gewährung einer Rente, die natürlich für seinen Lebens—
unterhalt ausreichend sein muß, zufrieden geben müssen. Aber
die gewaltigen Fortschritte auf dem Gebiete der Medi—
zin und Chirurgie, der Medicomechanik und
Orthopädie geben uns Vertrauen zu der Meinung
unserer Aerzte, daß es ihrer Kunst im Verein mit den vor—
züglichen Einrichtungen unserer Sanitätsverwaltung möglich
sein wird, fast alle Kriegskrüppel wieder ganz oder teilweise
erwerbsfähig zu machen. Es ist kein Zweifel, daß das San i—
tätswesen seit dem letzten Kriege bedeutende Fortschritte
gemacht hat.
Die modernen Lazarettzüge ermöglichen einen schnellen
Abtransport auch der schwer Erkrankten und Verletzten aus
den Feldlazaretten und dem Gefahrenbereich der Schlachten.
Das heutige Verfahren derr Wundbehandlung garan—
tiert in den meisten Fällen eine vollkommene Heilung und
läßt Schädigungen von vornherein erst gar nicht aufkommen.
Die Fortschritte der Chirurgen, die ganze Fleischteile, auch
von anderen Menschen und sogar von Tieren verpflanzen,
sind allbekannt, aber auch Sehnen und selbst NRerven
lassen sich nach den überzeugenden Darlegungen der sachver—
ständigen Chirurgen, überpflanzen oder künstlich erseßen. Ist
eine Sehne vollständig zerstört, so kann der Arzt durch Ver—
pflanzung einer gesunden Sehne dem Gliede wieder Beweglich—
keit geben. Auch wird als Ersatz eine künstliche Sehne aus Seide
eingefügt, die dann vom Sehnengewebe umwachsen und zur
Sehne wird. Ist ein Nerv zerschossen oder durch eine Knochen—
zersplitterung durchschnitten, so kann man ihn wieder zu—