Full text : Leitfaden der Krüppelfürsorge

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orthopädisch chirurgischen
Behandlung wie ihrer Ausbildung
 und Erziehung“. Es
ist nicht unwahrscheinlich,
daß andere Bundesstaaten
auf dem gleichen Wege folgen
 werden. Das Königreich
 Bayern hat die bestehende
 vor 79 Jahren begründete
 Anstalt unter ihre
Aufsicht genommen und errichtet
 ein neues Krüppelheim
 mit Staatszuschüssen
und Beiträgen der bayerischen
 Kreise. Im Königreich
Sachsen besteht ein von der
Regierung geleiteter Landesverband für Krüppelfürsorge. Ein ähnlicher,
das ganze Staatsgebiet umfassender Verband ist in Baden begründet
worden. Im Herzogtum Braunschweig hat der Landtag eine einmalige
große Beihilfe für den Bau eines Krüppelheims gewährt.
Sonst sind von öffentlichen Instituten vor allem die Landes-Versicherungsanstalten
 eingesprungen mit der Hergabe von Amortisationshypotheken
 zu niedrigem Zinsfuß. Bei dem hochentwickelten sozialen Sinn
der Bevölkerung und der Regierungen wird es an keinem Ort schwierig
sein, Persönlichkeiten zu gewinnen, die sich der aussichtsreichen Krüppelfürsorge
 fördernd und wohlwollend annehmen. Auf alle Fälle wird sich
der Besitzer einer orthopädischen Privatklinik in einer der großen
Nachbarstädte bereit finden lassen, die ihm zugeschickten Krüppel zu
untersuchen und zu begutachten oder nötigenfalls auch an einem VvOrbestimmten
 Termin zu diesem Zweck aufs Land hinauszukommen. Denn
das muß hervorgehoben werden, daß für die Behandlung der Krüppelgebrechen
 wenn irgend möglich orthopädische Vorbildung und orthopädische
 Einrichtungen dringend wünschenswert sind, wie sie in dem
Kapitel „ärztliche Tätigkeit“ angedeutet wurden.
Im ganzen kann die öffentliche Armenpflege ruhig zu höheren
Beiträgen :als bisher herangezogen werden, denn sie war im Jahre 1906
am Unterhalt der Krüppelkinder nur zu 5,8 °/, beteiligt, von den Heimbedürftigen
 unterhielt sie 8,9 °,, von den Nichtheimbedürftigen gar nur
1,7°%! Für 1910 hat RosenFELD auf Grund einer Umfrage die Kosten der
Krüppelfürsorge bearbeitet (Zeitschr. f. Krüppelfürsorge, Bd. IV, Heft 4)
und dabei ermittelt: Auf 100 Armenunterstützte kommen 2,64 armenunter-