Full text : Leitfaden der Krüppelfürsorge

Fig. 59. Erzeugnisse der Korbmacherei

und will nichts mehr von der Mutteranstalt wissen. Man hat versucht,
in Vereinen, durch Zeitschriften und sonstige Mittel den Zusammenhang
aufrecht zu erhalten. Der Erfolg war ein mäßiger. Heute steht man auf
dem Standpunkt, daß man die flüggen Kinder sich selbst überlassen
 muß und nur demjenigen hilft, der es selbst beansprucht. Für diese
können die Mutterhäuser den Arbeitsnachweis, Verkaufsvermittelung usw.
übernehmen, sodaß der Gewinn aus der Arbeit für die Krüppel dadurch
ein größerer wird, daß ihnen die aus Besuch der Kundschaft u. a. entstehenden
 Kosten und Zeitverluste erspart bleiben.
Anderen Krüppeln wird dadurch zur Existenz verholfen, daß man
ihnen Werkzeug, einen Webstuhl, eine Strick- oder Nähmaschine mitgibt
 entweder als Geschenk oder unter der Voraussetzung, daß. sie allmählich
 ratenweise die Kaufsumme abzahlen.
Ein kleiner Bruchteil bleibt sein Leben lang im Heim, weil er so
schwach ist, daß er dauernder Pflege und Wartung bedarf und nur in
einer solchen Anstalt überhaupt zu arbeiten vermag, sei es, daß die
Arbeit im wesentlichen nur eine Beschäftigung ist, um den Krüppel vor
völliger geistiger Vereinsamung oder gar Verblödung zu schützen oder
daß sie einen nennenswerten Preis überhaupt nicht mehr erzielt. Auch
für solche schwachen Geschöpfe gibt es Arbeitsgelegenheiten,
Selbst ein Krüppel, dem von seinen zehn Fingern nur noch ein einziger
verblieben ist, vermag Knüpfarbeit zu machen oder ein einfaches Muster
zu weben.