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daß es in einem Krüppelheim gelingt, körperlich sehr Schwache, man
kann sagen verzweifelte Fälle, zur vollen oder nahezu vollen Erwerbsfähigkeit
zu bringen, jedenfalls zu
Resultaten, welche die freie außerhalb
einer Anstalt befindliche Lehre, selbst
beim besten Willen des Meisters, nicht
zu erreichen vermag. Der Zwang zu
arbeiten ist nicht nur eine ganz
außerordentlich wertvolle Schulung der
Energie und des Geistes, sondern auch
die allerbeste ärztliche Behandlung,
welche sich überhaupt ausdenken läßt.
Fig. 55.
Lehrlinge der orthopädischen
Werkstatt
mit Fehlen der
rechten Hand beim
Schmieden, Feilen
und an der Drehbank.
Wenn ein Knabe
mit Krampflähmung
Schere und Nadel
führen soll, so macht
ihm das in der ersten
Zeit viel Beschwerden
und kostet manche
Träne. Aber wenn
man unermüdlich bleibt, und er selber
sieht, wie ein Leidensgenosse langsam
die Schwierigkeiten überwindet, 80
schafft er es schließlich auch, und der
erste kleine Erfolg, das erste Lob
bringt ihm das Selbstvertrauen,
durch welches er nunmehr mit immer
schnelleren Schritten vorwärts kommt.
Keine Massage, keine Elektrizität ersetzt
die in unausgesetzter Arbeit bestehende
Kräftigung der Muskeln und Ausschleifung der Nervenbahnen,
Auch die Eltern wohlhabenderer Krüppel sollten sich diese Behandlungsmethode,
wie manche andre Einrichtung des Krüppelheims, zunutze