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Erhaltung der normalen Muskelkraft. Nicht operationsbedürftige Gelenkversteifungen
werden durch Heißluft, Massage, Medicomechanik geheilt.
Nach Möglichkeit sollte, wo es irgend erreichbar ist, bei jeder Verletzung
eine Röntgenaufnahme gemacht werden, weil sich herausgestellt
hat, daß auch die sogenannten Verstauchungen der Gelenke, wenn sie
nicht ganz leicht sind, nur selten abgehen, ohne daß der Knochen verletzt
ist. Die Gelenkbänder halten besser, als der Knochen. Wenn stark an
ihnen gerissen wird, geben sie nach, indem sie dann auch manchmal
einreißen, meistens aber eine Knochenpartie an ihrem Ansatz mit absplittern.
Wenn das nicht durch das Röntgenbild nachgewiesen ist, kann
leicht eine für den Gebrauch unzweckmäßige Stellung herauskommen. Z.B,
bei der Verstauchung des Fußes knickt ohne äußerlich erkennbare Formveränderung
ein Knöchel ein. Wird er nicht gerade gestellt, so entsteht
schwerer später nur durch Operation heilbarer Plattfuß.
Ähnliche Wirkungen, wie eine Verletzung, können Entzündungen haben,
besonders der Knochenfraß, der sich im Mark und’in der Beinhaut der
großen Röhrenknochen abspielt und leicht die benachbarten Gelenke mit
befällt, ebenso Entzündungen, die in den den Gelenken und Knochen benachbarten
Teilen sich abspielen, Kiterungen, tiefgehende Geschwüre und
dergl. mehr. Auch in allen diesen Fällen können unzweckmäßige Stellung
oder Versteifung der Gelenke durch nachfolgende Operation beseitigt
werden, die häufig gar nicht blutig zu sein braucht, sondern nur in einer
Streckung auf geeigneter Lagerungsvorrichtung. besteht. Gipsverbände und
später Apparate sichern das Resultat.
Besonders schwere Gelenkversteifungen entstehen durch Tripper; ebenso
kann die angeborene Syphilis zu umfangreichen Zerstörungen führen. Niemand
sollte eine Ehe eingehen, der nicht durch die heute vorhandenen
einfachen Untersuchungsmethoden sich darüber vom Arzte hat vergewissern
lassen, daß er frei von Tripper und Syphilis ist.
5. Verrenkung von Gelenken, besonders der Hüfte,
Die angeborene Verrenkung des Hüftgelenks kann heute auf
blutige und unblutige Weise geheilt werden, wenn die Kinder frühzeitig
genug, d. h. vor dem 6. Lebensjahr zum Arzte gebracht werden. Je früher,
desto besser, am allerbesten im ersten Lebensjahr. Das Hauptsymptom
ist ein watschelnder Gang und Hervorstehen des. Hüftknochens oberhalb
seiner normalen Stelle. Kranke mit unbehandelter angeborener, womöglich
doppelseitiger Hüftgelenksverrenkung sind schlecht daran, weil der Gang
nicht nur unschön, sondern sehr beschwerlich und in den meisten Fällen
auch schmerzhaft ist.