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Buckel, der sich nur nach hinten vorwölbt und nicht wie die Rückgratsverkrümmung
gleichzeitig auch nach der Seite. Der Oberkörper sinkt
zusammen, und es tritt wiederum starke Bewegungshemmung für Herz,
Lungen, Magen und Darm ein, verbunden mit Atembeschwerden und
Störungen von seiten der genannten Organe. Ist ein Gelenk in falscher
Stellung ausgeheilt, so kann man durch nachträgliche Operation am Knochen
— vorausgesetzt, daß der Krankheitsprozeß endgültig abgelaufen ist — eine
Verbesserung der Stellung vornehmen. Auch hier gilt der Satz, je früher
die Behandlung einsetzt, desto besser das Heilresultat.
3. Angeborene Mißbildungen
brauchen nicht immer zu schwerer Verkrüppelung zu führen; z. B. beeinträchtigen
Verwachsungen von Zehen oder Fehlen einiger Zehen oder auch
eines oder zweier Finger die Erwerbsfähigkeit nicht sehr. Bekanntlich wird
für solche Defekte, wenn sie durch Unfall erworben sind, nachdem eine
gewisse Zeit zur Gewöhnung verstrichen ist, auch keine Unfallrente gezahlt,
weil der Mensch den Mangel leicht durch Übung ersetzen kann.
Auch das Fehlen ganzer Gliedmaßen ist heute keine Ursache mehr
dafür, diese Unglücklichen nur mit Trost und Zuspruch zu unterstützen.
Statt des fehlenden Gliedes, z. B. einer Hand, ja sogar eines ganzen
Armes, können Apparate angefertigt werden, mit denen der Betreffende
nahezu ebenso gut arbeiten kann, wie wenn er alle gesunden Gliedmaßen
hätte. Auf dem Kongreß der Deutschen Gesellschaft für orthopädische
Chirurgie 1910 wurde ein Mann vorgestellt, dem durch Unfall beide
Hände und beide Füße verloren gegangen waren. Er konnte gehen,
wie ein Gesunder, auch Treppen steigen, er konnte sich selbst an- und
ausziehen, kämmen, essen und sich reinigen, ja er vermochte an einer
Drehbank zu arbeiten, zu sägen, zu hobeln und so gute Ware herzustellen,
daß er als Werkmeister tätig ist. Auch für ein Mädchen, dem beide Beine
bis zum Becken fehlten, sind künstliche, ganz einfach konstruierte Beine
gemacht worden, mit welchen sie, auf einen Stock oder den Arm einer
Freundin gestützt, längere Spaziergänge unternehmen kann. In manchen
Fällen ist durch Operation Besserung zu erzielen. Zusammengewachsene
Finger können getrennt, überflüssige entfernt und so die Gebrauchsfähigkeit
der Hand erhöht werden. Nur in seltenen Fällen, wo monströse angeborene
Mißbildungen vorkommen, ist ärztliche Kunst machtlos, doch sind
viele von ihnen gar nicht lebensfähig. Sehr häufig ist die angeborene Mißbildung
nur von wissenschaftlichem Interesse, z. B. angeborene Verwachsung
der beiden Unterarmknochen, ohne daß der Besitzer etwas davon
weiß oder nennenswert behindert ist.