Full text : Denkmäler deutscher Sprache und Literatur aus Handschriften des 8ten bis 16ten Jahrhunderts (Erstes Heft)

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Bl. 2456 stehet? —
„vnguis ist min antlutte. —
von ist gezalt z2vu0 dem blicke.
nie man ez ßeh ouget. 12224727
wan d' ez beschowet.
Inebin Slincfæsh.
noh in hàn uf gebunden minen fash.
hàres ich doch genuoe han.

—
— e—

vñ wirt des nieman innan.
mennifehen hande.
dike mich fsirsanten.
uon mennischen handen.
wird ieh dike impfangen.
vn cum aber danne.
wider zen menneschen handon.““

C. Endlich dritténs eine höchst merkwürdige Anspielung Lam—
prechts auf Gudruna, dieses erst jüngst in Wien aufgefundene
und in Hagens Altdeutschen Gedichten Theil 2. (Berlin bei Reimer,
1825) S. 1— 88 abgedruckte, den Nibelungen sich kühn anreihende
Gedicht. Es heißt nämlich Bl. 104:

„unæzullich waré uns 2e sage
umbe di da lagen irssagen 117
persen vnde criecken
funder gewnten unde seehen.
da was weinen vnde clagen.
uon einen uolwigeé hore wir sagen
der uf νerde geseach.
dar hilden vater tot Iach
inzwisehen hagenen vnde waten:
der ne molte sin si 2o niht gegaten.
herwich vnde wolfrum 55
ne mohten ime njwit geliceh sin

noh nehein man andgr.
4 also freislieh wes dexander.
man saget uon guten knebten,
die wol getorsten uechten,
in der troiere licl..
e der sturm geschiedeo:
achilles undée hector . 357
aiax unde nestor,,
di manic tusint irslugen
unde ouh scarfe gerée trugen —
iz ne mobte vndir in allen
ze alexandro niht geuallen.“

Diese Stelle ist dreifach merkwürdig. Erstlich fagt sie uns von ei⸗
nem (wahrscheinlich wieder deutschen) „Trojereliede.“ Sodann
jene obige Beziehung auf die Gudrun, welche die in den Altd. Wäl—
dern Bd. II, 270u. III., 34 gegebenen aus dem Wartburgskriege,
Salomon und Morolf, Meister Boppo und dem Weinschwelg ergänzt.
In Gudrun stehet „jzu dem Wulpensande“ (v. 3238. 3391.
4485) *), hiers us ρeεrde. Aber Lamprech''s Erwähnung wirkt
nur neuen Schmerz, daß wir das herrliche Gedicht, das zum mindesten
mannichfache Zusammensetzung verschiedener Stoffe erfahren hat, (es
steckt ein Rother, ein Orendel ꝛc. drin) nicht in der Gestalt, wie es
Lamprecht zu feiner Zeit kannte, übrig haben, wofür man Gedichte selbst
des dreizehnten Jahrhunderts zu Dutzenden hingeben würde. End⸗
lich drittens ist diese Stelle, verglichen mit späteren ähnlichen, sehr
bezeichnend für das geschichtliche innere Verhältniß und die Uebergangs⸗
zeit der alten heimischen Heldensage oder der Beziehungen auf sie und der
darauf eintretenden gelehrten Auffassung der fremden Stoffe vom
trojanischen Kriege, von der „Eneit,“ vom Alexander,
zu welchem Letzteren schon die frühen biblischen, alttestamentlichen
Darstellungen durch Makkab. I, 1,5 1— 9, hinzogen, auf die sich
guch unser Lamprecht V. 11 — 12 bezieht:

äOäXOOô

— ——

hy v. 3238: Zu éinem wilden werde, der was gehaissen da zu dem, wulpensuude;
 v. 3391: Es was eéin wert vil preiter vnd kiez der Volpeusuut;
v. 4485: Auf dem TVlpensunde dase waàa der sirit.