die Pflanzenwelt als pauper henriens überwanderte ). Endlich könnte
man, statt an Hartmann von der Aue zu denken, eher vermuthen, es
möchte ih arme hart man heißen, wie öfter vorkommt ih arme muede?“
u. s. w.; wenn schon es dann wohl herte (herti durus, 2. starke decl.)
geheißen hätte.
Viertens geben uns diese drei Gedichte noch manche andere mehr
literärische Ausbeuüte.
In N. 1 .vom glouben heißt es fol. 50 vom jüngsten Gericht:
nu ne wolle wir nvwit langer
an dirre rede hangen,
wande wir hie uore naoben geredet
uil bescheidenliche gesagit,
alse wia (wi ia, wir ie) uon den wisen haben vernomen,
wiiz dan alliz sal comen
o deme grozem vrteile
der werelt al gemeine.
daz ne hube wir itj wit uermiden.
ir ist allis gescriben
ze gehorenne vnde ze gesibte
in dutiseher ferifte.
swor daz buch wille lesen,
der mach iz alliz da uernemen,
so wire mit unsen sinnen
callern bhest moltten vinden.“
r
1. Für's Erste ersehen wir hieraus, daß die nach Hieronymus
gedeutschten Gedicht vomjüngsten Gerichte (Hagen's Grundriß S.
461. 4032) oder doch die Darstellung, die fünfzehn Bilder, somit
schon im 12. Jahrhund. im deutschen Volke gang und gäbe waren
und beilaufig vielleicht viel betrugen zu dem bald darauf scharf in ganz Eu⸗
ropa hervortretenden, im ganzen Otto von Freisingen wiederhallen—
den, in den Geißelzügen später verkörperten Glauben an die nächste
Nähe des jüngsten Tages, wie des tausendjährigen Reiches. — Daß
die deutsche Darstellung, welche unser „armer Hartmann“ meint, eine poe⸗
tische, gereimte gewesen (wie die noch vorhandenen), laͤßt sich dem Geiste
jener Zeit gemaͤß, fast als ausgemacht annehmen, um so mehr, als
) Eine andere eigenthümliche Anwendung des Namens und der Unglückssage
hon paupenr henricus in des Henrici Septimeriensis (Samariensis) oder Septimellensis
Gedichte von seinem Unglücke befindet sich in Cod. Argent. Johannit.
O. 105. chart. 40 1470 und Cod. morue. Em̃eram. F. XXXII. 40 ch.
1466. und F. LXXXIX. Ach. 1475 und OC. CXIX. 40 eh. 16. sec. und
Hdschr. des Ober Medicinalrathes Prof. Dr. v. Ringseis in Muͤnchen
(15 Ihrd. Pp). Das Gedicht ist gedruckt Köln 1497. 40, auch bei Ley⸗
ser hist. poet. et poem. S. 453, und 1750. 4. Florenz. Ersmuß die
deutsche Sage gekannt haben. Er war aus Florenz und studirte in
Bologna, am Ende des 12. Ihd. Siehe Tirdboschũ Ist. della Lett. Ital.
IV, 578. 382. Hamberger's zuverläß. Nachrichten: IV, 294 u. s. w.
2) Die beiden bei Hagen gesonderten Gedichte S. 4159. LXXIX.Sibyllen
Weissagung“ und S. 460. LUXXXXXI: „Die funfzehn Zeichen vor
dem füngsten Tage“ fallen und gehören wesentlich zusammen und
durchkreuzen sich. Nachzuholen zu Hagen sind für Sibyllen Weissa—
gung UCod. Vindohon. r. k. Hofbibl. N. 297. kl. 8. Perg. Bl. 19406 — 2046: