*
— 9 —
Iwain, Gregor vom Stein, Armen Heinrichs u. s. w.) geschlossen werden
darf, der enifchieden andren innern Ton und andern Reim hat und
in einer andern Stelle (Buch 8) des Alexander-Liedes von Rudolf
von Hohen-Ems, gerade nach Heinrich von Veldeck und neben Wolf⸗
ram von Eschenbach als Einer der Dreie gerühmt wird „der
rechter rime aller erste began,“ während er von unsers Lampreht's
Reimkunst, was auf die mehr assonirende Zeit jener oben genannten
Gruppe von Gedichten treffend paßt, sagt:
„Es hat ouch noen den alten sitten,
Stümpflichi, niclit wol besnitten,
Lin lamprecht gedichtet,
Von melsche in dùtsene bericlhtet.“
Doch dieses vorlaͤufig. Zwar zeigt auch das Alexander-Lied durch
seinen Eingang, wie dürch seine Schlußermahnung fol. 290 12), daß
ein Geisthlicher sein Verfasser ist, welches zu dem „Paffe lam⸗
precht“ stimmt, und bestätigt wird durch Stellen, wie 190:
„in den buehen han ih gelesen
Jaz ouh sin (A's) uater solde wesen
zin gzwaldiger got
das ist der leien spot,
di des niht ne wizzen.“
Aber Gedicht N. J. (vom glouben) und N. II. (Litanei) sind zu ver⸗
wandten Inhaltes und Geistes, als daß nicht, da ich für N. III. (Alex⸗
ander) beftimmt den Namen Lamprecht als des Verfassers vorbehalte
und festhaͤlte, und da N. II. seinen Verfasser nur sehr unbestimmt
bezeichnet (fol. 130. v. 14157: „den orthabe dirre getihte:), aber
doch von mehreren Gedichten („dirre getihte) redet, beiden und
diefen beiden allein (oder doch dem ersten, allein) der Name „arme
hartman“ bleiben müßte. Auf Hartmann von der Aue könnte, schließ—
lich, allein nur die Erinnerung an sein Gedicht: der „arme heinrich““
geführt haben, doch ist diefe Bezeichnung durchaus nicht seinem
innigen, aber kräftigen Wefen, wie es sich in seinen tiefen Gedichten
ausspricht, gemaͤß, wohl, unter Andern, dem Heinrich von Laufen⸗
berg, Zeistlichem Liederdichter, der sich in Cod. Arg. B., 121, den er
selber geschrieben, öfter der arme Heinrich 2) nennt; gewiß mit
anspielendem Bezuͤg auf jenes im Voͤlke lebendige Bild, das selbst in
ιASX ÄäÄxO2MNtctkte Mbc.äe
ö—
Aehnlich Ulrich von Eschenbach in seinem Alexander, Cod. palat. 338,
fol. *
iu „Alexanders tot vnd sin leben
Ist der werlt Fegeen
Ze wizzen von den propheten u. s. w.“
So tritt auch in die Gesta Romanorum die Betrachtung der sieben Weisen
an des großen Welteroberers kleinem Sarge ein, welche fol. 1450. bei Ul⸗
rich v. E. bis 1064. (aus „Alfunsus, d. werd philosophus)““ poetisch ein⸗
gefügt ist, wovon weiter unten.
) BI. 13806. Heinricus miser; und in Cod. B. 64, 1374: „Jeh armer heinrien
han begyr de ir hegierde teylent mir Das mir min ende-waere guot
marya hab mich in ir Guot.“