Full text : Denkmäler deutscher Sprache und Literatur aus Handschriften des 8ten bis 16ten Jahrhunderts (Erstes Heft)

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gleicht und an die „Deutsche Theologie“ und Tauler's Pre⸗
digten (modernisirt Frankf. 1826. 4. 3 Theile) haͤlt, der wird eine merk—
würdige Kette religiösen Durchbildungs-Dranges im Volke, befrie⸗
digt durch Laienpriester, die — deutsch und zum Volke predi⸗
gend auf den Gassen, Linden ꝛc. mit dem lateinischen Regiment der
römischen Curie früh in geistigem Widerspiel standen *), bis zur Zeit
der Kirchenbesserung hin erkennen. Endlich ist das Lied vom Ale⸗
rander unter den vielen gedichtlichen Darstellungen seines Lebens und
seiner Thaien in der altdeutschen Literatur das bis jetzt ältesste, und die
Proben, welche Heinrich Schreiber in der Charis (a. a. O.)
gegeben, machten längst den vollständigen Abdruck höchst wünschenswerth.
Ich werde an denselben Betrachtungen und Mittheilungen über die
dichterischen Behandlungen desselben Stoffes durch GBiterolf),
Rudolf von HohenEms, Ulxich von Eschenbach, Seifried
(Helbling?), Enenkehu. s. w., und über die gemeinsamen Quellen
dieser verschiedenen Bearbeiter weiter unten anknüpfen.
Hier nur die vorläufige Bemerkung über den BVerfasser unseres
Alexander⸗Liedes. In der Handschrift die wenigstens in den drei ersteren
Gedichten von Einer Hand geschrieben ist, kommen zwei Namen
vor; in N. 1. (vom glouben) heißt es fol. 90: J
di da horent sprechen
dise rede rechene 2)
die ih arme licu—ον
von deme heiligen gelouben han getan ete.
und im Alexander zu Anfange (v. 4. fol. 130) heißt es: i⸗ tichte der
passe lamprecht.““ Letztere Stelle deuteten H. Schreiber (a. a. O.),
Engelhard (auf einem Einlegeblatt in der Handschr.) und Andere auf
den Laombert li Cors Ge Gourt), welcher wirklich (mit Alexander
von Paris) eine französische alexandreis gedichtet hat. Aber ich werde
später im zweiten Hefte bei Gelegenheit des Rudolfischen Alexander⸗
Liedes darihun, daß nicht dieser, sondern eben ein deutscher „pfaffe
lampreht“ das Lied gedichtet hat, auf welchen Rudolf von Hohen—
Ems im fünften Buche seines Alexander sich bezieht; und daß am
Wenigsten aus dem Namen „armer hartman“, wie H. Schreiber
gethan hat, auf Hartmann von der Aue (den Dichter des

Jahrhd.): Wir sculen auer das wizzen, daz dirre vride ist ze habenne
mitten guoton unt den rehton, nieht mitten unrehton, die den ublen
vride untrin hant in ir sunton. Daz sculon uuir auer so tun das wir sie
selber nieht hazgen, sunter ir unrent, wane sigen ouch sie ubel, fie sint
äedoch gotes gescouft. Freilich nach dem Latein Nortperti de virtutibus).
) Worauf sich auch der längere Abschnitt in dem Wartburgskriege
gründet. (Zeune's Ausgabe, S. 28 — 82.) u. s. w.
2) Wie vorn Le. v. 19 — 21: V
„uon dem selben glouben woldieh sprechen
bescheidenliche rechen
Mit dutischer ungen.“
Vergl. unter andern 41. St. Gall. („Reronis“) G. 89: allegoriam: spelpatil
 (gl. Paris. spelpauhan; gl. Carlsr. spélpauh) „uliut per aliud andher
quidit andher rechit signisicans endi raichinit (cazaihnit). Gloss. Stut-Scud.
 Ja. urecido expositioni.