Full text : Denkmäler deutscher Sprache und Literatur aus Handschriften des 8ten bis 16ten Jahrhunderts (Erstes Heft)

— 113 —

α,
1

— e5 —1 — —
—0
J. *

Leben der Elisabeth.

Es ist erfreulich, daß gleich nach der ausführlicheren Mittheilung
des Darmstädter, nur An Einer Handschrift bisher vorhandenen.
Lebens der heiligen Elisabeth (Graff Diutiska J.) wenigstens
zein Bruchst ück einer zweiten Handschrift nachgewiesen werden
kann, gleichfalls Pergament, aus guter Zeit und guter Schreib—
schule. Wichtig aber ist, daß das Bruchstück in derselben Mundart
eben und uüberaus treu stimmt mit der Darmstädter Hand⸗
schrift. —
„Das Bruchstück besteht in zweien Pergamentblaͤttern der—
selben Handschrift, das eine aber viel einer. 23.
Beide gehören einer dreispaltigen Handschrift; jede Spalte
zu 60 Zeilen, wie sich aus dem Vergleich bei Graff (Heft 3)
ergiebt, und aus der das Blatt haͤlflenden Querlinie über Zeile 30 von
unten. Blatt hat nur je 56 Zeilen, die vier oberen sind weggeschnitten,
wie von Seite i nuch das Meiste von Spalte a (somit von Seite 2 das
Meiste von Spalte f). Die beiden Blaͤtter waren zu Bücherdeckeln
benutzt und verschnitten. Seite 2 zeigt bei der Querlinie zw. v. 30 und
31, die Zahl C(CCXXX. Ob dies die Seitenzahl einer Quart- oder
Oktavhandschrift? Die Darmftadter ist groß Oktav. Aber haͤtte die alte
Handschrift nach Seiten gezaͤhlt? Und die ganze Darmstädter Hand—
schrift hatte nur 221 Blaͤtter (442 Seiten).Zufällig also wohl nur
stimmt jene Zahl CCCXXX mit der bei Graff S. 426 gleichlaufenden
Stelle von Seite 233 der Handschrift. Unten am Rande hat Seite 2
des Blattes Jeine. ij.; ob der Lage 22 Das gäbe (S)X8Blati )6Spalten
 zu 90 Zeilen) nur 5700 Verse, waͤhrend die Darmftadter Hofchr.
221 Bl. )x.50 Verse) 11050 eiwa zaählt.
Blatt I giebt die drei Spalten ziemlich vollständig, nur
Spalte a u. koden verletzt ꝛc. Die obere Hälfte des. Blattes fehlt.
Blatt I1 gehört in einen früheren A bschnitt; Blatt J aber gehört
in das zte Buch, und v. 8. v. unten auf Spaltenc fällt zusammen mit
den bei Graff S. 425 (Handschr. S. 224. 25.) mitgetheilten Versen. —
„Beide Pergamentblaͤtter stammen aus Frankfurt am Main.
Sie waren Deckelumschläge zweier Bücher, 'aus der Carmeliter
Bibliothek daselbst, die jetzt der öffentlichen Bibliothek einverleibt ist.
.Blatt I1 Gvon Einer Hand mit Blatt i) war Umschlag von Stanis-Resceii,
 Epistolae. Neapoli 1594; Blatt1 dagegen Einband von
M. Quadi Deliciae Germaniae. Col Arg. 1600 (spater , Teutscher
Natidn Herrlichkeit⸗).
. Also nach 1600 zerschnitten? und wohl von Einem Buchbinder,
inem Bruder Solinger? Bemerkenswerth ist die Nähe Darmstadt's und
Frankfurts, bei der genauen Gleichheit der beiden Handschriften.
Ich verdanke die Mittheilung beider Blaͤtter demn Herrn De. Bö h⸗
ner in Frankfurt ag. M. —iDie Folge der Seiten ergiebt sich aus dem