Full text : Denkmäler deutscher Sprache und Literatur aus Handschriften des 8ten bis 16ten Jahrhunderts (Erstes Heft)

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genden Lesarten des Wiener Cod. CXIX der k. k. Bibliothek — guͤl⸗
tig bleibt 7) bei dem gewonnenen besseren Texte, den ich — da er im
gedruckten ersten Theile des Coloczaer Coder (Pesth, 1817) fehlte — von der
Güte des Herrn Grafen von Mailath mir erbat und in eigner Ab⸗
schrift des Herrn Dr. Köffinger erhielt. Im Colozaer Codex ist
es N. CXXIV. Hier aber kommen nur zwoͤlf Wachteln in den
Sack (obenein mit Umstellung des Textes)! Cod. Vindobon. aber hat
„Achtzehen wachteln in sak!“

Ich gebe die 12ersteren Abschnitte nach d. Colocz. Text, die fol⸗
enden dann treu nach dem Wiener, so daß beider Art genau zu er⸗
—* ist. Unter dem Colocz. obenein die genauen Lesarten der Wie⸗
ner Handsch. Uebrigens ist die Fortsetzung von W. nicht mehr im Geiste
des gemeinsamen ersten Theiles. Die in diesem Mär enthaltenen
Beziehungen auf die deutsche Heldensage (G. 111 -410, 200
207; auch 1257? 1837) hat Grimm in seinen Altdeutschen Wäl⸗
dern (Band III., S. 207) schon besprochen.

Dit- ist ein mere
von zwwelf wachtelu gar seltseno.2)

I. Hie vor bhi alten geziten
An einer hebernen liten
In einem hultzinen lande
vf einem ströynem sande

J

5. Do 6a2 ein richer ezzieh krue
des muter einen heren truc
Unta sie des ochsen genas
des gewaltie esel was.

1) Ich habe W's abgekürzten Bemerkungen mit W. bezeichnet.
Cod. Vindobon. QXIX: „Hie hebt ßeh an daz pueh von den wachteln«-Liedersaal:
 II., S. 387:

„Jeh sach vr ainer büchsen
Schiessen daz es nieman hört
Sieben wachteln zer stört — M.

—X

— in — zeiten. — 2. Col. l. lititen. W: leiten. Hehernen von haber.
W: haher leiten. S. zu v. 4. — 3. W: hältzein. — 4. W: ströbeim sand.
ströüwime (von Stroh). Der König vom Odenwalde (Würzburget
Handsch. fol. 2000 — 26029) hat dies Adjekt, einige Mal. Dem Sdreibet
var Arabimn ünverständlich. Aber die starke Decl. ist hinter — ein nicht
Luͤen, eben so wenig die Syncope des ĩnem Auffallender als die zunächst
liegenden Analogien (v. 87. seime-sinem) sind folgende: ein Gesetzbuch des
Bischofs Otto v. Wurzburg v. J. 1342. 45. gewährt Wurzo. Handsch. fol.
2396, 24, : ,von luelim brote, von léeybim brote, von hebe⸗
neiwe.““ Soö 'schließt ein Reymar dem a. zugeschriebenes Lied (ebd.
D. 1814) „owe vwie ilst äag gedigén. vnschone ngeh so cleime lone, hon
ien fclten noch geniegen.“ Und' die Görlitze x Handschr, des Sachsen
fpiegels (s. hinten) hat in der Glosse zu B. II., Art. XXII. sogar
enu fotam alder queéme.“', Dieses fotam hat die Glosse zum Zzten Buche
überoft. V. - 5. Sazein reicher ezzeieh krug. — 6. ain peren — 7. Lint⸗
ins ochssen gnas. — 8. Der gwaltig esel was.