Das Turnen als Heilfaktor bei den Verwundeten und Kriegsversehrten. 223
Fig. 1. Verwundeten-Sammelstelle in Berlin. Freiübungen
„Am Gedenktag des einjährigen Bestehens des Reservelazarettes Ettlingen
als orthopädisch-chirurgisches am 4. September verrieten die turnerischen Vor—
führungen ein hohes Maß von Willenskraft und Ausdauer und gaben einen
erfreulichen Beweis von den Erfolgen. Die Freiübungen der Einarmigen
klappten musterhaft. Das Keulenschwingen der Einbeinigen bewies, wie die
Standfestigkeit systematisch geschult werden kann. Das Wetturnen einer Riege
Einarmer und einer Riege Einbeiner am Pferd zeigte große Gewandtheit
und zum Teil ausgezeichnete Beherrschung des Körpers. Lebhaften Beifall
errangen sich die Einbeiner beim Hochsprung ohne Brett, von denen drei Mann
l,250 m und einer sogar 1,830 m sprang. Den 10-Kilo-Stein warf ein einarmiger
Linkser 6,30m. Der Schleuderball wurde 33 m weit geworfen. Das Faust—
ballspiel der vier Gruppen endete in hartem Wettstreit. Im Eifer des Spieles
benutzte mancher sogar seinen Armstumpf, um den Ball zurückzuschlagen, wo
Fig. 2. Turnen der Einarmer am Barren in Ettlingen