Entwurf des Museums der Deutschen Vereinigung für Krüppelfürsorge. Architekten: Schmieden & Boethke.
Grundstock für ein künftiges Museum der Krüppelfürsorge, das die Deutsche
Vereinigung für Krüppelfürsorge auf unserem neuen Anstaltsgelände erbauen
wird, nach Berlin überführt worden und in der Geschäftsstelle der
Vereinigung, Bayreutherstraße 13, aufgestellt, von wo Interessenten
kostenlos die ausführliche Beschreibung des Dresdner Ausstellungspavillons erhalten
können, Das geplante Museum wird nicht nur unserer Anstalt eine
wertvolle Ergänzung und Zierde sein, sondern es wird auch eine Sammel- und Forschungsstelle
für die gesamte deutsche Krüppelfürsorge abgeben und in seiner Art einzig
in der Welt dastehen. Um.der großen Anregungen willen, die es dem ganzen Arbeitsgebiet
geben soll, wäre es wohl zu wünschen, daß sich Wohltäter fänden, die das
Institut mit ausreichenden Mitteln ausstatteten, um ihm eine wirkungsvolle Arbeit zu ermöglichen.
In Verbindung hiermit sei gleichzeitig erwähnt, daß unsre Anstalt insofern noch in
anderer Weise der Allgemeinheit sich nutzbar erwiesen hat, als die Illustrationen unserer
irüheren Jahresberichte den Bilderschmuck für einen Leitfaden der Krüppelifürsorge abzegeben
haben, den der Leiter unseres Hauses im Auftrage der deutschen Vereinigung
geschrieben hat. Das Büchlein enthält alles Wissenswerte über die deutsche Krüppelfürsorge
und ihre Anstalten und kostet nur 1 Mark. Dieselben Bilder, ergänzt durch
zweckentsprechende andere, sind als Diapositive vorhanden und haben zusammen
mit einem Kinofilm, der das Leben in unserer Anstalt schildert, nicht nur bei öffentüchen
Versammlungen im In- und Auslande als Aufklärungsmittel gedient, sondern sind
im privaten Kreise zum Zwecke ideeller und materieller Werbung benutzt worden.
Am 8, Juni 1911 wurde unsere Fürsorge- und Beratungsstelle eröffnet; dieser Tag
leitet einen neuen gewichtigen Abschnitt der Entwicklung unseres Hauses ein, von dem
wir viel erhoffen. In einem besonderen Kapitel sind die ‚bisherigen Leistungen der
Poliklinik und ihre Zukunftsaufgaben eingehend geschildert.
Mit einer stillen und würdigen Weihnachtsfeier klang das Jahr 1911 aus.
Schon der Beginn des neuen Jahres brachte uns einen schmerzlichen Verlust.
Am 11. Januar starb plötzlich in blühender Gesundheit Herr Fabrikbesitzer Oskar Pintsch,
der Gemahl unserer Vorsitzenden, Er hat weder dem Vorstand unseres Vereins noch