Full text : Rechenschafts-Bericht über die Berlin-Brandenburgische Krüppel-Heil- und Erziehungsanstalt, Berlin, 4.1910/12 (4.1910/12)

Einen erfreulichen Zuwachs an Arbeitskräften hat unser Kuratorium erfahren, in
das während der Berichtszeit nacheinander eintraten: Herr Generalmajor z. D.
Becker; Herr Geheimer Oberbergrat Hue ck; Herr Justizrat und Notar Schachian;
Herr Medizinalrat-Dr. Krohne, Vortragender. Rat im Ministerium des Innern; Herr
Stadtschulinspktor Dr. Jensen; Herr Geh. Ob.-Reg.-Rat Beckmann.
Es ist dem Berichterstatter Bedürfnis und Pflicht, dem Kuratorium für das den
Arbeiten des Hauses und seinen neuzeitlichen Bestrebungen entgegengebrachte Verständnis
 und für die Bewältigung der namentlich durch den Neubau erwachsenen umjangreichen
 Arbeit namens der Anstalt aufrichtig zu danken.
Allen, die unser Haus mit Gaben in Geld oder Gegenständen bedacht oder unsern
Kindern durch Gewährung von Freiplätzen oder Ermäßigung Freude, Zerstreuung und
Belehrung gewährt haben, danken wir herzlich und bitten um Erhaltung des Wohlwollens.

Mit besonderer Freude teilen wir mit, daß uns mehrere Legate zugefallen sind.
Merr Fabrikant Albert Otto, Berlin, Usedomstr. 30 hat uns 5000. Mark
hinterlassen, die bereits an uns gezahlt worden sind. Die Frau Kommerzienrat Anna
Berthold geb. Werner, Grunewald, Hubertusallee 42/44 hat uns mit einem Legat bedacht,
das 5000 bis 6 000 Mark übersteigen wird, jedoch erst fällig ist, wenn die zum Nachlaß
gehörigen Immobilien veräußert sind. ;
Mehrere Persönlichkeiten haben letztwillig zu unseren” Gunsten verfügt. Herr
Schuldirektor Wilhelm Dornstedt, der am 27. Februar 1912 verstorben ist, hat dem
Verein sein gesamtes Vermögen vermacht. Wenn die allerhöchste Genehmigung, die
wir beantragt haben, ergangen ist, werden wir auch über die Einzelheiten des Vermächtnisses
 berichten können.
Aber schon jetzt schulden wir allen genannten unseren herzlichsten Dank, dem
wir nur den Wunsch hinzufügen können, daß auch andere Wohltäter bei Errichtung
ihres letzten Willens sich freundlichst der unserer Obhut anvertrauten Pfleglinge
erinnern mögen.

Kur mit tuberkulöser Wirbelentzündung und Krampflähmung der Beine. Lagerung im
Patensionsgipsbett auf der schiefen Ebene und Zug am Kopf und Füßen. Täglich
werden die Beine losgeschnallt und der Knabe übt sie, indem er nach der freischwebenden
 Kugel stößt.